Das Ensem­ble Eolus hat für sein neu­es Album bis­lang kaum erschlos­se­nes Ter­rain erkun­det und dabei reiz­vol­le Schät­ze geho­ben. Im Zen­trum ste­hen ver­schie­de­ne „Sui­ten“ und „Kon­zer­te“ von Georg Phil­ipp Tele­mann und ande­ren Kom­po­nis­ten, in denen die­se mit den cha­rak­te­ris­ti­schen Tech­ni­ken der Horn- und Trom­pe­ten­har­mo­nik gear­bei­tet haben. Lei­der geht bei der akri­bi­schen Dar­bie­tung der ver­schie­de­nen Wer­ke mit­un­ter das spie­le­ri­sche Ele­ment etwas ver­lo­ren und tre­ten, den Instru­men­ten geschul­det, leich­te Into­na­ti­ons­schwä­chen auf. Gleich­wohl zei­gen sich die Mit­glie­der des Ensem­bles als ver­sier­te Exper­ten auf dem Feld der his­to­ri­schen Instru­men­te des 17. und 18. Jahr­hun­derts. Mit gro­ßer Anmut und viel Fein­ge­spür durch­drin­gen sie die dia­log­haf­ten Stü­cke des Albums. So bie­tet sich dem Hörer eine span­nen­de neue Per­spek­ti­ve auf den Klang der Zeit an den fran­zö­si­schen Höfen Anfang des 18. Jahr­hun­derts.


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Dorothea Walchshäusl
Dorothea Walchshäusl ist Musikjournalistin und promovierte Politologin. Sie lebt und arbeitet in Passau. Den Mensch im Blick, die Musik im Ohr und das Gefühl in den Fingerspitzen, fasziniert die freie Autorin all das, was die Menschen im Kleinen wie im Großen bewegt und berührt. Für crescendo schreibt sie seit 2014 und erforscht in ihren Porträts und Reportagen mit Leidenschaft, warum sich Menschen mit Haut und Haar der Musik verschreiben.

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