Howard Arman führt in Mozarts Requiem ein und bringt es mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und der Akademie für Alte Musik Berlin zur Aufführung. 

Auf den ersten Blick ist es eine physische Überraschung: Mozarts Requiem, Dauer in der Regel rund 45 Minuten, auf einer Doppel-CD. Auf den zweiten Blick zeigt sich: Der Zuhörer wird zum Besucher eines digitalen Konzerts, das eben nicht nur aus der Musik besteht (CD 1), sondern auch wie mittlerweile üblich aus einer Werkeinführung (CD 2). Ein Konzept, das aufgeht – gerade bei diesem Stück. Mozart hinterließ sein Requiem unvollendet. 

Howard Arman und der Chor des Bayerischen Rundfunks
Howard Arman und der Chor des Bayerischen Rundfunks
(Foto: © Astrid Ackermann)

Die von Franz Xaver Süßmayr vervollständigte Musik ist akustischer Konsens, aber bis heute immer wieder Anlass für Komponisten und Dirigenten nach anderen Lösungen zu suchen. So auch Howard Arman, der mit dem BR-Chor und der Akademie für Alte Musik Berlin zwar Süßmayer treu bleibt, sich aber auch selbst auf die Suche nach „mehr Mozart“ macht. Die Änderungen mögen subtil, fast unscheinbar beim Hören in Erscheinung treten. Die gut gemachte Werkeinführung lädt dazu ein, genauer und anders hinzuhören. Und was wollte man einem so bekannten Werk wie diesem und natürlich auch den Musikern mehr wünschen, als frisch geschärfte Ohren.

Wolfgang Amadeus Mozart „Requiem d-Moll KV 626“, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman (BR Klassik)