Charaktere und Bühnensituationen sollen direkt, knapp gehalten, unpsychologisch und verblüffend sein“, beschrieb György Ligeti seine Vision einer Oper. Der Musik solle die Rolle der zentralen Gestalterin zukommen. Ligeti stellte sich ein überfarbiges, comichaftes und dramatisches Geschehen vor, das aus dem Inneren der Musik herauswächst. In Michel de Ghelderodes Ballade du Grand Macabre fand er das ideale Stück: „ein Weltuntergang, der dann gar nicht wirklich stattfindet, der Tod als Held, der aber vielleicht nur ein Gaukler ist, die kaputte und doch glücklich gedeihende, versoffene, verhurte Welt des imaginären ‚Breughellandes‘.“ Calixto Bieito setzt Ligetis Grand Macabre mit Omer Meir Wellber am Pult in Szene. Amanda ist Katerina von Bennigsen (Foto oben: © David Reisler), Amando ist Christina Bock, und als Venus tritt Hila Baggio auf.

Weitere Aufführungen 7., 13., 26. und 28. November 2019
Und Informationen: www.semperoper.de

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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