Ein Duo steht an der Spitze der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein. Der Chefdirigent Christoph Koncz und die Künstlerische Leiterin Isabelle van Keulen lenken gemeinsam die musikalischen Geschicke des Klangkörpers. Der Orchestermanager Martin Jakubeit verspricht eine ereignisreiche Saison.

Mit einer beson­de­ren Urauf­füh­rung eröff­net die Deut­sche Kam­mer­aka­de­mie Neuss am Rhein ihre neue Sai­son. Der mehr­fach preis­ge­krön­te Kom­po­nist Bernd Fran­ke schreibt ARKA, drei Ritua­le für Pipa, Oboe, Strei­cher, Pau­ke und Schlag­zeug. Seit den 1990er-Jah­ren unter­nimmt Fran­ke aus­ge­dehn­te Rei­sen durch Süd­ost­asi­en und sam­melt Ein­drü­cke alter­na­ti­ver Musi­zier­struk­tu­ren, die er in sei­nen Wer­ken zur Anwen­dung bringt. Die eigen­tüm­li­che Klang­far­be der chi­ne­si­schen Lau­te Pipa, die über einen kräf­ti­gen, mit­un­ter schar­fen Ton ver­fügt, ver­mit­telt in Ver­bin­dung mit den Strei­chern ein außer­ge­wöhn­li­ches Klang­er­leb­nis. Für sol­che sorgt des­glei­chen die Gei­ge­rin Isa­bel­le van Keu­len, die vor zwei Jah­ren als Artist in Resi­dence die künst­le­ri­sche Lei­tung der Kam­mer­aka­de­mie über­nahm und nach der Bestä­ti­gung in ihrem Amt auch wäh­rend der nächs­ten drei Jah­re zumeist die Strei­cher­kon­zer­te lei­ten und jenen wun­der­bar trans­pa­ren­ten Strei­cher­klang pfle­gen wird, dem das Orches­ter sein Renom­mee ver­dankt und der es zu einem der füh­ren­den Kam­mer­mu­sik­for­ma­tio­nen wer­den ließ. Umrahmt wird van Keu­lens Eröff­nungs­abend vom Ein­lei­tungs­sex­tett zur Oper Capric­cio und der Strei­cher­stu­die Meta­mor­pho­sen von Richard Strauss.

Isabelle van Keulen, die Künstlerische 
Leiterin der Deutschen Kammerakademie
Neuss am Rhein (©Nikolaj Lund)
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Durch die Deut­sche Kam­mer­aka­de­mie för­dert die Stadt Neuss jun­ge hoch­be­gab­te Musi­ker, die kurz vor dem Abschluss ihres Musik­stu­di­ums ste­hen. Sie musi­zie­ren gemein­sam mit erfah­re­nen Kol­le­gen, und die­ses Zusam­men­wir­ken mit immer neu hin­zu­kom­men­den jun­gen Musi­kern bringt Anre­gun­gen, schafft inspi­rie­ren­de Offen­heit und Frei­mut sowie die Bereit­schaft, sich mit Begeis­te­rung neu­en Kom­po­si­tio­nen zuzu­wen­den. Im Lau­fe ihres über 40-jäh­ri­gen Bestehens hat die Kam­mer­aka­de­mie eine Rei­he von ver­ges­se­nen Wer­ken wie­der zum Klin­gen gebracht sowie zahl­rei­che neue Kom­po­si­tio­nen urauf­ge­führt. Das breit­ge­fä­cher­te Reper­toire erstreckt sich auf den Podi­en der Welt und im Ton­stu­dio vom Barock bis zur Avant­gar­de. Ab die­ser Sai­son hat das Orches­ter nun auch einen neu­en Chef­di­ri­gen­ten. Chris­toph Kon­cz, der Stimm­füh­rer der Zwei­ten Gei­gen bei den Wie­ner Phil­har­mo­ni­kern, wur­de mit die­sen Auf­ga­ben betraut. Er über­nimmt die gro­ßen sin­fo­ni­schen Pro­jek­te, dar­un­ter die som­mer­li­che Klas­sik­nacht im Rosen­gar­ten und das Neu­jahrs­kon­zert, das den Neus­ser Auf­takt zum 250. Geburts­tag von Lud­wig van Beet­ho­ven bil­det.

Christoph Koncz, der neue Chefdirigent
 der Deutschen Kammerakademie
Neuss am Rhein (©Benjamin Morrison)

Dar­über hin­aus sor­gen inter­na­tio­nal täti­ge Diri­gen­ten für musi­ka­li­sche Abwechs­lung. So kehrt Lavard Skou Lar­sen, der lang­jäh­ri­ge Chef­di­ri­gent des Orches­ters, an sei­ne eins­ti­ge Wir­kungs­stät­te zurück. Im Gepäck hat er Wer­ke von Mozart, Cho­pin, Guil­lau­me Lekeu sowie den Zyklus Die Tor­ten von Huk­vál­dy, Die­go Con­tis Hom­mage an den Geburts­ort von Leoš Janáček. Der Cel­list Marc Cop­pey lei­tet ein klas­sisch-roman­ti­sches Gip­fel­tref­fen mit Éti­en­ne-Nico­las Méhuls Ouver­tü­re zu sei­ner Oper Die Ama­zo­nen oder die Grün­dung The­bens sowie Wer­ken von Beet­ho­ven und Schu­mann. Isa­bel­le van Keu­len hul­digt mit der Pia­nis­tin Ulri­ke Pay­er, dem Ban­do­ne­on­spie­ler Chris­ti­an Ger­ber und dem Kon­tra­bas­sis­ten Rüdi­ger Lud­wig der Tan­go-Lei­den­schaft. Und zum Abschluss der Sai­son gibt der Gei­ger, Diri­gent und Kom­po­nist Hen­ning Krag­ge­rud mit Musik aus dem Nor­den ein Gast­spiel. Auf sei­nem Pro­gramm ste­hen Wer­ke von Kurt Atter­berg, Johan Hal­vor­sen und Edvard Grieg sowie eine eige­ne Kom­po­si­ti­on. Mit ihr erin­nert er an den Dich­ter Zacha­ri­as Tope­li­us und setzt sich mit Ragnar­ök aus­ein­an­der, jener Sage aus der nor­di­schen Mytho­lo­gie, die vom Unter­gang der alten Welt erzählt und vom Auf­er­ste­hen einer neu­en kün­det.

Infor­ma­tio­nen zu den Kon­zer­ten der Deut­schen Kam­mer­aka­de­mie Neuss am Rhein:

10www.deutsche-kammerkadademie.de

 

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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