Ioan Holender
Servus TV-Moderator Ioan Holender im Teesalon der Staatsoper Wien (Foto: © Hoermandinger)

Nun hat Wien also – laut Eigendefinition die Welthauptstadt der Musik – alle drei Varianten von Beethovens einzigem Bühnenwerk szenisch aufgeführt. Wohl um nochmals zu beweisen, was schon der Komponist wusste, nämlich, dass die dritte Fassung die weit Beste ist. Beethoven wusste sein Können besser einzuschätzen als wir!

Oper im Fernsehen – eine fade Sache

Das Theater an der Wien wollte der virusreichen Zeit trotzen und eine im leeren Saal gespielte Neuproduktion im Fernsehen zeigen, um vor allem die Inszenierung des in der Filmwelt sehr bekannten Österreichers Christoph Waltz zu zeigen. Bewiesen wurde mit dieser Aktion jedoch nur, was wir schon wussten: dass man in einem Bühnenraum, bestehend aus Treppen, die in jede Richtung führen, jede beliebige Oper, also auch Fidelio spielen kann, dass Oper im Fernsehen – ohne die Emotionen der Bühne samt Publikum – eine fade Sache ist und dass Treppen hinauf- und hinuntergehen, noch keine Inszenierung ergeben.

Desinteressiert an Opern – der ORF

Dass das bekanntermaßen an Opern desinteressierte österreichische Staatsfernsehen ORF die Übertragung erst gegen elf Uhr nachts begann, ist genauso wenig überraschend wie, dass die Wiener Symphoniker kein erstklassiges Opernorchester sind, auch dann nicht, wenn der Konzertmeister des Staatsopernorchesters am ersten Pult spielt und somit seinem dirigierenden Bruder Manfred Honeck behilflich ist. Die Leistung des Orchesters blieb bestenfalls durchschnittlich, genauso wie jene des aus aller Welt zusammengewürfelten Sängerensembles.

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