Wunderbar geschrieben

Jan Caeyers

Jan Caeyers zeigt in seiner Beethoven-Biografie den hart arbeitenden hochbegabten Komponisten.

Unfassbar viel hat die Welt seit dem 19. Jahrhundert in Beethoven hineingedeutet! Beethoven, der Titan; der Held, der mit seiner Kunst dem Schicksal trotzt. Viele Mythen, viele Klischees und viel kitschiges Pathos, das die nüchterne Analyse verhindert. Und nun: Der einsame Revolutionär. Das Beste an Jan Caeyers‘ Biografie ist, dass es darum überhaupt nicht geht. Erfrischend, wie er mit flämischem Pragmatismus über Beethovens berichtet, in sehr sorgfältig zusammengetragenen Fakten.

Beethoven, der mit Verlegern taktiert, Honorare in die Höhe treibt, Kritikern droht

Beethoven ist Jan Caeyers kein Heiliger, sondern ein hart arbeitender hochbegabter Mann, der sich innerhalb von „Netzwerken“ (!) behaupten muss. Einer, der mit Verlegern taktiert, Honorare in die Höhe treibt, Kritikern droht. Schonungslos arbeitet Jan Caeyers alle Krankheiten ab – bis hin zum Reizdarm –, ohne dass er – absolut ungewöhnlich für unsere durchpsychologisierte und pädagogisierte Zeit – in billige psychologische Spekulation abdriftet. Wunderbar geschrieben! Einzige Schwäche: die pathetischen Kapitel-Überschriften.

Jan Caeyers: „Beethoven. Der einsame Revolutionär. Eine Biographie” (C. H. Beck)
Zu beziehen u.a. bei: www.amazon.de

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Teresa Pieschacón Raphael
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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