Hyperspätromantik

Jürgen Bruns und die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz

Jür­gen Bruns und die Deut­sche Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land-Pfalz erin­nern an den ver­ges­se­nen öster­rei­chisch-jüdi­schen Kom­po­nis­ten Karl Weigl, der 1949 im ame­ri­ka­ni­schen Exil ver­starb.

Was pas­siert wohl, wenn man die Musik von Mah­ler mit der von Strauß kom­bi­niert? Eine Pri­se Franz Schmidt noch und auch etwas Max Reger, voi­là, fer­tig ist die Musik von Karl Weigl. Fast jeden­falls, denn rein epi­go­nal ist die fas­zi­nie­ren­de Klang­welt des öster­rei­chi­schen, 1949 im ame­ri­ka­ni­schen Exil ver­stor­be­nen Kom­po­nis­ten natür­lich nicht, im Gegen­teil.

Faszinierende Klangwelt

Aber die­ser Mix aus hyper­tro­pher Spät­ro­man­tik ver­bun­den mit lyri­schem Schmelz und öster­rei­chi­scher Tra­di­ti­on hat auf jeden Fall etwas ganz Eige­nes, bleibt bei aller per­so­nel­len Indi­vi­dua­li­tät aber fest in der Tra­di­ti­on ver­wur­zelt.

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Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz setzt Karl Weigls Klangwelt wunderbar um
Setzt Karl Weigls Klang­welt wun­der­bar um: die Deut­sche Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land-Pfalz
(Foto: © Felix Broe­de)

Die Deut­sche Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land-Pfalz setzt dies unter Jür­gen Bruhns wun­der­bar um. Sie hat bereits zwei Sin­fo­nien Weigls auf­ge­nom­men, bleibt zu hof­fen, dass die letz­ten bei­den auch noch fol­gen. Die Musik die­ses zu Unrecht ver­ges­se­nen Kom­po­nis­ten wür­de es gewiss loh­nen.

Karl Weigl: „Sym­pho­nies Nos. 4 & 6“, Deut­sche Staats­phil­har­mo­nie Rhein­land-Pfalz, Jür­gen Bruns (Capric­cio)
Zu bezie­hen u.a. bei: www.jpc.de

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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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