Júlia Várady als Solistin in Verdis Messa da Requiem – eine historische Aufnahme aus dem ORF-Archiv 

Immer mehr Schätze werden aus dem ORF-Archiv gehoben, zumal mit dem hauseigenen Klangkörper, der heute als ORF Radio-Symphonieorchester Wien firmiert und von 1975 bis 1982 Leif Segerstam zum Chefdirigenten hatte. Aus dieser Zeit stammt dieser Live-Mitschnitt, entstanden in der Stiftskirche Herzogenburg. Die dortige Akustik hat den damaligen Aufnahmeleiter vor einige Probleme gestellt, man merkt es an den immer wieder zurückgeregelten Spitzen. 

Leuchtend vom Pianissimo bis zum Fortissimo

Muss man also im Klangbild Abstriche machen, entschädigt der bereits historische Wert dieses Dokuments, vor allem, was die Solistinnen anlangt: Júlia Várady vollbringt wahre Ausdruckswunder mit souveränem-intensivem Vortrag in allen Lagen und einem Höhenstrahl, der vom Pianissimo bis zum Fortissimo gleichermaßen leuchtet. Alexandrina Milcheva verfügt ebenfalls über eine breite stimmliche Palette und weiß sich der Varady in den Duetten klanglich wunderbar anzuschmiegen. Alberto Cupido und Nicola Ghiuselev ergänzen das Solistenquartett, der eine mit etwas durchdringendem, aber stets sicherem Tenor, der andere mit etwas dröhnender Bass-Autorität. Segerstam hält mit den tadellosen Kräften von Chor und Orchester des ORF die Mitte zwischen Innigkeit und Dramatik, erhabener Strenge und flehenden Kantilenen.

Júlia Várady im Gespräch anlässlich ihres 80. Geburtstag unter: CRESCENDO.DE

Giuseppe Verdi: „Messa da Requiem“, Júlia Várady, Alexandrina Milcheva u.a., ORF Vienna Radio Symphony Orchestra, Leif Segerstam (Orfeo)

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