Jurek Dybał und die Sinfonietta Cracovia geben sich den Sinfoniettas von Krzysztof Penderecki hin. 

Der 2020 verstorbene Krzysztof Penderecki hat in seiner langen Komponistenlaufbahn eine bemerkenswerte Wandlung vom seriellen Abonnentenschreck der 1960er-Jahre bis hin zum fast neoklassizistischen Staatskomponisten genommen. Zumindest auf den ersten Blick, denn die Auseinandersetzung mit traditionellen musikalischen Formen und deren Neudeutung war immer eine Konstante seines Schaffens, häufig mit spirituellem oder dezidiert religiösem Hintergrund. 

Jurek Dybał
Steht am Pult der Sinfonietta Cracovia: Jurek Dybał

Das gilt auch für die drei hier versammelten, Sinfoniettas genannten Werke, alles drei Transkriptionen kammermusikalischer Werke für kleines Orchester. Der kleinteilige, dialogische Charakter bleibt auch in der Orchesterfassung erhalten, mit großer Leichtigkeit verbindet die Musik kontemplative mit musikantisch bewegten Elementen. Jurek Dybał und die Sinfonietta Cracovia spielen mit viel Herzblut und saftigem Streichersound; in der Sinfonietta für Klarinette und Streicher sorgt das exquisite Spiel des Solisten Daniel Ottensamer für wunderbar innige Momente. Abgerundet wird das Programm mit dem Agnus Dei aus dem Polnischen Requiem und den Drei Stücken im alten Stil, 1963 als Filmmusik für Wojciech Has’ Die Handschrift von Saragossa entstanden. Der Klang ist präsent und natürlich, zum Kennenlernen eine sehr gute Gelegenheit.

Album erscheint auch als LP – evt. für Print-Darstellung

„Penderecki’s Sinfonietta(s)”, Daniel Ottensamer, Sinfonietta Cracovia, Jurek Dybał (Sony)

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