Kissinger Winterzauber Heiteres und ­Besinn­liches

Seit 20 Jahren erfreut der Kissinger Winterzauber Festivalbesucher mit einer abwechslungsreichen Vielfalt an Musik.

Stimm­ge­wal­tig, tief­sin­nig und mit viel Humor hebt die 20. Aus­ga­be des Kis­sin­ger Win­ter­zau­bers an. Die A‑cap­pel­la-Band Viva Voce, ein treu­er und immer freu­dig erwar­te­ter Gast des Fes­ti­vals, fei­ert eben­falls ihr 20-jäh­ri­ges Bestehen, und das Dop­pel­ju­bi­lä­um gibt Anlass zu einer gemein­sa­men Fei­er. Mit einem Sin­fo­nie­or­ches­ter und der Jubi­lä­ums-Show „Es lebe die Stim­me!“ kom­men die fünf Sän­ger zum Eröff­nungs­kon­zert in den Regen­ten­bau. Akro­ba­ti­sche und musi­ka­li­sche Kunst­fer­tig­keit ver­spre­chen Gogol & Mäx. Seit 1992 wir­beln die bei­den Musik­clowns Chris­toph Scheib und Max-Albert Mül­ler über die Büh­ne, sprin­gen, krie­chen, balan­cie­ren und spie­len Musik in jeder Lage. Kaum ein Instru­ment, das sie in ihrem „Con­cer­to Humo­ro­so“ nicht zum Ein­satz brin­gen.

Ein­kehr und Besin­nung schenkt Bachs Weih­nachts­ora­to­ri­um, das im war­men Gleich­klang von Wor­ten, Melo­di­en und Har­mo­nie spi­ri­tu­el­le Kraft ver­strömt. Die Kan­to­rei Bad Kis­sin­gen, der Jugend­chor Herz-Jesu und Musik­schu­le sowie das Mit­tel­deut­sche Kam­mer­or­ches­ter brin­gen das monu­men­ta­le Werk im Max-Litt­mann-Saal, einem der bes­ten Kon­zert­sä­le welt­weit, zur Auf­füh­rung. Fest­li­che Stim­mung ver­brei­ten am 23. Dezem­ber der Töl­zer Kna­ben­chor und das Ensem­ble Clas­si­que in dem belieb­ten Pro­gramm „Das gro­ße Weih­nachts­kon­zert – Die Alpen­län­di­sche Weih­nacht“. Bar­ba­ra Gas­tei­ger an der Har­fe lei­tet mit sanf­ten Klän­gen zu den von Chris­ti­an Wolff vor­ge­tra­ge­nen Tex­ten über. Und am ers­ten Weih­nachts­fei­er­tag erfreu­en das Kur­or­ches­ter Bad Kis­sin­gen unter dem Gast­di­ri­gen­ten Josef Stolz und die Flö­tis­tin Yasa­man Mash­hou­ri in einer Mati­nee mit weih­nacht­li­chen Barock­klän­gen, wäh­rend abends Burk­hard Ascherl und Micha­el Lind­ner zu Fest­li­chem für Orgel und Trom­pe­te in die Herz-Jesu-Stadt­pfarr­kir­che ein­la­den.

Stimm­ge­wal­tig, tief­sin­nig und mit viel Humor“

Auch jun­gen Musi­ke­rIn­nen bie­tet das Fes­ti­val ein Podi­um. So sind in der Rei­he Mati­née clas­si­que die Blech­blä­ser Luca Ehren­berg, Jere­mi­as Fried­rich, Jonas Greu­bel und Paul Metz, der Pia­nist Lewin Krump­schmid und die Kla­ri­net­tis­tin Mir­ja Bet­zer zu erle­ben. Zum ers­ten Mal ins Baye­ri­sche Staats­bad im anmu­ti­gen Tal der Saa­le kom­men die 100 Musi­ke­rIn­nen des Baye­ri­schen Lan­des­ju­gend­or­ches­ters. Unter Joseph Bas­ti spie­len sie die Zwei­te Sin­fo­nie von Gus­tav Mah­ler, ein rie­si­ges Werk, das von schmerz­li­cher Melan­cho­lie und einem Rin­gen mit den Schick­sals­mäch­ten erzählt, bis am Ende der Chor die befrei­en­den Ver­se Fried­rich Klopstocks anstimmt: „Auf­er­stehn, ja auf­er­stehn wirst du“. Solis­tin­nen sind Julia­ne Ban­se und Lio­ba Braun.

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A Swin­ging Christ­mas“ berei­tet Tom Gae­bel. Mit aus­ge­feil­ten Arran­ge­ments und jeder Men­ge Rhyth­mus belebt er die Swing-Ära. 2005 grün­de­te er sein eige­nes Orches­ter, das die ame­ri­ka­ni­schen Ever­greens mit lei­den­schaft­li­chem Big-Band-Sound beglei­tet. Das tra­di­tio­nel­le Neu­jahrs­kon­zert mit den Ber­li­ner Sym­pho­ni­kern unter Lior Sham­ba­dal, der Sopra­nis­tin Dag­mar Schel­len­ber­ger und Arka­di Fimo­witsch Schil­kloper, einem der viel­sei­tigs­ten Blä­ser­so­lis­ten, war­tet mit Stü­cken von Mozart, Johann Strauß, Lehár, Men­dels­sohn und Mah­ler auf. Schwung­voll geht es dann ins neue Jahr hin­ein: „Rock Le Caba­ret!“ beti­telt die Chan­teu­se Adri­en­ne Haan ihre Hom­mage an das fran­zö­si­sche Chan­son.

Mit einem Rei­gen bezau­bern­der Melo­di­en klingt das Fes­ti­val aus. Das Sym­pho­nie­or­ches­ter des Natio­nal­thea­ters Prag spielt, gelei­tet von Gerd Schal­ler, belieb­te Stü­cke wie Pablo de Sara­sa­tes Car­men-Fan­ta­sie, die Pol­ka aus Bedřich Sme­ta­nas Ver­kauf­ter Braut und die Ouver­tü­re zu Ros­si­nis Bar­bier von Sevil­la. Solist ist der Vio­li­nist Jiři Vodič­ka, der sein Vir­tuo­sen­tum mit Vit­to­rio Mon­tis Csár­dás unter Beweis stellt. Den nach­denk­lich stim­men­den Abschluss bil­det Peter Tschai­kow­skys Vier­te Sin­fo­nie, in der sich das Wech­sel­spiel des Lebens spie­gelt und deren Schluss Tschai­kow­sky mit den Wor­ten beschrieb: „Erken­ne dich selbst, sage nicht, alles auf Erden sei trau­rig!“

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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