Zwei Stü­cke von Wil­liam Byrd bil­den den Rah­men für das unge­wöhn­li­che Pro­gramm die­ser Auf­nah­me, in dem sich eng­li­sche Kom­po­nis­ten der Renais­sance neben Ver­tre­tern der Zwei­ten Wie­ner Schu­le wie­der­fin­den. Die ers­te­ren sind alle­samt Schü­ler oder Nach­fol­ger Byrds; das ande­re Ende des Spek­trums bil­den Arnold Schön­berg und sein Schü­ler Anton Webern. Für Karim Said steht im Zen­trum die­ser Ver­bin­dung Johan­nes Brahms’ Zwei­te Kla­vier­so­na­te. Die­ses Werk zeich­net sich durch diver­se Ver­wei­se auf den Stil illus­trer Kol­le­gen und Vor­bil­der aus. Es bil­det damit das Pro­gramm die­ses Albums im Klei­nen ab und ist gleich­zei­tig des­sen Dreh- und Angel­punkt. So prägt die Sona­te auch Saids Inter­pre­ta­ti­on der älte­ren und neue­ren Wer­ke. Der jor­da­ni­sche Pia­nist bün­delt die­se so unter­schied­li­chen Stü­cke in eine homo­ge­ne Inter­pre­ta­ti­on, die Puris­ten der Alten oder Neu­en Musik Tole­ranz abver­langt. Lässt man sich dar­auf ein, erkennt man intui­tiv struk­tu­rel­le und klang­li­che Kor­re­spon­den­zen, und die Wer­ke grup­pie­ren sich zu einer gro­ßen Sui­te. Saids Ver­dienst ist es auch, durch die kon­tras­tie­ren­de Anord­nung der Stü­cke deren jewei­li­ge Beson­der­hei­ten offen­bar wer­den zu las­sen.  

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Alexander Rapp
Er ist ein Multitalent. Im ersten Werdegang Physiker, spielt Alexander Rapp leidenschaftlich gerne Blockflöte, fotografiert, filmt, schreibt und pendelt dafür zwischen München, Berlin und Rotterdam. Berufsbegleitend schloss er sein Musikwissenschaftsstudium ab.

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