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Zwei Stücke von William Byrd bilden den Rahmen für das ungewöhnliche Programm dieser Aufnahme, in dem sich englische Komponisten der Renaissance neben Vertretern der Zweiten Wiener Schule wiederfinden. Die ersteren sind allesamt Schüler oder Nachfolger Byrds; das andere Ende des Spektrums bilden Arnold Schönberg und sein Schüler Anton Webern. Für Karim Said steht im Zentrum dieser Verbindung Johannes Brahms’ Zweite Klaviersonate. Dieses Werk zeichnet sich durch diverse Verweise auf den Stil illustrer Kollegen und Vorbilder aus. Es bildet damit das Programm dieses Albums im Kleinen ab und ist gleichzeitig dessen Dreh- und Angelpunkt. So prägt die Sonate auch Saids Interpretation der älteren und neueren Werke. Der jordanische Pianist bündelt diese so unterschiedlichen Stücke in eine homogene Interpretation, die Puristen der Alten oder Neuen Musik Toleranz abverlangt. Lässt man sich darauf ein, erkennt man intuitiv strukturelle und klangliche Korrespondenzen, und die Werke gruppieren sich zu einer großen Suite. Saids Verdienst ist es auch, durch die kontrastierende Anordnung der Stücke deren jeweilige Besonderheiten offenbar werden zu lassen. 

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