War Mozart gläu­big? Hat er sei­ne „c-Moll-Mes­se“ 1782 als Dank­sa­gung für die Gene­sung sei­ner Ver­lob­ten Con­stan­ze Weber kom­po­niert? Oder war er nur von der „Seu­che des welt­li­chen prun­ken­den Leicht­sinns“ infi­ziert, wie ein ent­täusch­ter E. T. A. Hoff­mann Mozarts (und auch Haydns) sakra­lem Werk vor­warf? Tat­säch­lich übt die­se Mes­se einen unwi­der­steh­li­chen Sog aus – auch wenn sie nie voll­endet wur­de. In Howard Armans Inter­pre­ta­ti­on, die Cle­mens Kem­mes rekon­stru­ier­te Fas­sung ver­wen­det, steht nicht das Bekennt­nis, die from­me Text­aus­deu­tung, im Vor­der­grund. Auf Klang­pracht und die Strahl­kraft der Chor­stim­men kommt es ihm an. Auf Wort­ver­ständ­lich­keit nicht unbe­dingt. Das ent­bin­det die Mes­se ihrer lit­ur­gi­schen Auf­ga­be, pro­fa­niert sie. Viel­leicht war dies auch Mozarts Absicht. Für spi­ri­tu­el­le Momen­te inne­rer Ein­kehr sorgt der innig expres­si­ve Gesang von Chris­ti­na Land­s­ha­mer.

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Teresa Pieschacón Raphael
„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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