Chor des Bayerischen RundfunksKlangpracht

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War Mozart gläubig? Hat er seine „c‑Moll-Messe“ 1782 als Danksagung für die Genesung seiner Verlobten Constanze Weber komponiert? Oder war er nur von der „Seuche des weltlichen prunkenden Leichtsinns“ infiziert, wie ein enttäuschter E. T. A. Hoffmann Mozarts (und auch Haydns) sakralem Werk vorwarf? Tatsächlich übt diese Messe einen unwiderstehlichen Sog aus – auch wenn sie nie vollendet wurde. In Howard Armans Interpretation, die Clemens Kemmes rekonstruierte Fassung verwendet, steht nicht das Bekenntnis, die fromme Textausdeutung, im Vordergrund. Auf Klangpracht und die Strahlkraft der Chorstimmen kommt es ihm an. Auf Wortverständlichkeit nicht unbedingt. Das entbindet die Messe ihrer liturgischen Aufgabe, profaniert sie. Vielleicht war dies auch Mozarts Absicht. Für spirituelle Momente innerer Einkehr sorgt der innig expressive Gesang von Christina Landshamer.

[amazonproduct asin=„B07HC3GVZR“ replace_title=„Wolfgang Amadeus Mozart: Messe in c‑Moll, KV 427 mit Werkeinführung, Christina Landshamer, Anke Vondung, Steve Davislim, Tobis Berndt, Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin, Howard Arman (BR Klassik)“] 
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„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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