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Die Politik rede die Künste einerseits schön und setze dann das Grundgesetz außer Kraft – so analysiert Dirigent Hansjörg Albrecht die aktuelle Situation während des pandemiebedingten Lockdowns. Dagegen will die Initiative „Aufstehen für die Kunst“ Anfang März einen Eilantrag an den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof München stellen, um die auf die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gestützte pauschale Schließung von Opern- und Konzerthäusern aufheben zu lassen. Diesen Plan stellte die Initiative – in der sich Albrecht engagiert – am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in München vor.

Hansjörg Albrecht

Hansjörg Albrecht

Hintergrund seien einerseits die zahlreichen wissenschaftlichen Studien, die einem Spielbetrieb unter Hygieneauflagen minimale Corona-Ansteckungsrisiken bescheinigen und andererseits die Anfang März auslaufende aktuelle Verordnung der Bayerischen Staatsregierung. Gegen eine höchstwahrscheinliche Nachfolgeverordnung will die Initiative dann vorgehen. „Wir sind zuversichtlich, dass der Bayerische Verwaltungsgerichtshof einem Eilantrag, der sich gegen die Kultur-Totalverbote wendet, stattgeben wird und diese Totalverbote außer Vollzug setzen wird“, sagte der Verwaltungsrechtler Wolfram Hertel von der Berliner Rechtsanwaltskanzlei Raue.

Die Künstler wollen vor allem gegen eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Institutionen vorgehen, die ebenfalls Verfassungsrang besitzen. So dürften Kirchen (Verfassungsrang Religionsfreiheit) Gottesdienste unter Auflagen veranstalten. Der geöffnete Lebensmittelhandel besitze den verfassungsrechtlichen Schutz nicht. Sogar Fernfahrer seien von der Quarantänepflicht befreit, ganz egal, ob sie Lebensmittel transportierten oder Autoteile, merkte Albrecht an.

Die Initiatoren von „Aufstehen für die Kunst“ sind Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Kevin Conners, Christian Gerhaher und Hansjörg Albrecht. Inzwischen haben sich zahlreiche prominente Unterstützer angeschlossen, darunter viele Künstler wie Anne-Sophie Mutter, Lisa Batiashvili, Sasha Waltz, Rolando Villazón, Kent Nagano, Thomas Hengelbrock oder Herbert Blomstedt sowie Chöre, Veranstalter, Künstleragenturen, Verbände, Verlage und Kulturpolitiker.

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