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Das Berliner Pilotprojekt für Theater und Konzerte mit Corona-getestetem Publikum hat eine positive Zwischenbilanz gezogen. „Nach der Hälfte der Veranstaltungen können wir feststellen, dass die geplanten Prozesse gut funktionieren“, sagte die Projektleiterin bei der Senatskulturverwaltung, Susanna Kunz, am Freitag in Berlin. Es habe keinen einzigen positiven Corona-Test gegeben. Bisher fanden unter anderem ein Theaterstück im Berliner Ensemble sowie zwei Konzerte in der Philharmonie und dem Konzerthaus statt.

Online-PK "Perspektive Kultur"

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Es sei sowohl möglich als auch sicher, Veranstaltungen unter strengen Hygieneregeln mit einem vorgeschalteten SARS-CoV- 2‑Antigen-Test durchzuführen, erklärte der Projektleiter für den Hygiene-Bereich, Florian Kainzinger. „Unsere zeitliche Kalkulation ist aufgegangen, und der Ablauf der Testungen war sowohl aus ärztlicher als auch logistischer Sicht gut machbar.“ Bei dem Projekt handele es sich nicht um eine wissenschaftliche Studie, sondern um das praktische Austesten von komplexen logistischen Abläufen, betonte er.

Bei dem Konzert der Philharmoniker war die Hälfte der 1.000 Besucher vor Ort getestet worden. Pro Besucher seien dadurch Kosten von knapp 35 Euro entstanden, hieß es. Bei einer Optimierung der Abläufe könnte dieser Betrag auf unter 20 Euro fallen.

Da viele Gäste zu früh vor Ort waren, sammelten sie sich in Warteschlangen. Daher empfahlen die Projekt-Organisatoren die Testung in dezentralen Abstrichzentren. Dadurch ließe sich auch vermeiden, dass ungetestete Personen die öffentlichen Verkehrsmittel zum Veranstaltungsort nutzen.

Im Rahmen des Projekts sind weitere Veranstaltungen in der Staatsoper Unter den Linden und der Deutschen Oper Berlin vorgesehen. Die geplanten Termine am Osterwochenende mussten jedoch zunächst abgesagt werden, sie sollen später nachgeholt werden. Nach Abschluss aller Veranstaltungen sollen die Ergebnisse zusammengetragen und allen Interessierten zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt solle als Grundlage und Vorbild für weitere Öffnungsschritte dienen, von denen die gesamte Kulturszene und andere Veranstaltungen profitieren können, sagte die Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker, Andreas Zietzschmann.

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