Die Lautten Compagney nützt die Pandemie und die staatliche Hilfe, um sich mit Kompositionen zweier Epochen über die Unbill der Welt zu erheben. 

Was macht die Kultur in Zeiten der Pandemie? Die Lautten Compagney fand ihre eigene Antwort. Gefördert von einem Hilfspaket von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, nahm das Barockensemble ein neues Album auf, mit dem es seine innovativen musikalischen Konzeptionen virtuos fortsetzt. Wie schon mit dem gefeierten „Timeless“ und „War & Peace“ verbindet das 21-köpfige Ensemble die Kompositionen zweier Epochen – in diesem Fall des Frühbarockkomponisten Samuel Scheidt und Erik Satie – und schafft so ein verblüffendes Gesamtkonstrukt, in dem diese Klangwelten einander ergänzen und zugleich spiegeln.

Die Lautten Compagney Berlin
Schaffen mit ihrem Album ein Opus von nachdenklichem Esprit: die Musiker der Lautten Compagney
(Foto: © Ida Zenna)

Als „Novembermusik“ klassifizierte der Gründer und Leiter Wolfgang Katschner dieses Album, und in ihrer bedächtigen Anmutung trifft dies auf die meisten dieser Arrangements (unter anderem von Saties Gymnopedie Nr. 3 oder Gnossienne Nr. 4 oder ausgewählten Ludi musici Scheidts) zu. Aber es ist keine Musik düsterer Schwermut, da funkelt ein Spielwitz, den man ohnehin mit dem Ironiker Satie verbindet und der durch die einfallsreiche Instrumentierung – etwa mit Saxofon oder Marimba – noch verstärkt wird. Es ist ein Opus von nachdenklichem Esprit, das in düstere Zeiten gesetzt und ihnen entgegensetzt wird – analog der Kompositionen Scheidts, die der Zeit des Dreißigjährigen Krieges entstammen. Wenn die Kultur nach außen ohnmächtig scheint, im Geiste erhebt sie sich zeitlos und souverän über allen Unbill der Welt.

„Time Zones“, Lautten Compagney, Wolfgang Katschner (dhm)

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