Spannungsreiche Dialoge

Lena Neudauer

Lena Neu­dau­er und die Cap­pel­la Aqui­leia unter Mar­cus Bosch wen­den sich Beet­ho­vens Vio­lin­kon­zert und den Vio­lin­ro­man­zen zu.

Beet­ho­vens Vio­lin­kon­zert: Das konn­te in der roman­ti­schen Spiel­tra­di­ti­on ein in epi­sche Brei­te zer­flie­ßen­des, monu­men­ta­les Ton­ge­mäl­de bedeu­ten. Lena Neu­dau­er, Mar­cus Bosch und die Cap­pel­la Aqui­leia rücken dage­gen allem Plüsch zu Lei­be, auf den Beet­ho­vens lyri­sche Melo­dien oft gebet­tet wer­den oder in dem sie zu ver­sin­ken dro­hen. Das Kan­ta­ble bekommt hier inmit­ten des Dra­ma­ti­schen, ja sogar auf­re­gend Ner­vö­sen einen neu­en (alten?) Ort zuge­wie­sen. Dabei hilft auch, dass Neu­dau­er im Wesent­li­chen die von Wolf­gang Schnei­der­han auf die Vio­li­ne umge­leg­ten Kaden­zen von Beet­ho­vens ori­gi­na­ler Kla­vier­fas­sung spielt, bei denen im Stirn­satz die Pau­ke mit­mischt.

Ein süßer Ton voller Attacke

Das dabei ver­wirk­lich­te dia­lo­gi­sche Prin­zip beherrscht die gesam­te Les­art mit ihrem sach­li­chen, manch­mal bewusst tro­cke­nen Zugriff: Die durch­aus vor­han­de­ne Süße des Tons wird nie kleb­rig, das his­to­risch infor­mier­te Spiel ist span­nungs­reich und vol­ler Atta­cke. Die Vio­li­ne drängt sich dort, wo sie das melo­di­sche Gesche­hen mit Gir­lan­den schmückt, nie pri­ma­don­nen­haft in den Vor­der­grund.

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Lud­wig van Beet­ho­ven: „Vio­lin Con­cer­to, Vio­lin Roman­ces”, Lena Neu­dau­er, Cap­pel­la Aqui­leia, Mar­cus Bosch (cpo)
Zu bezie­hen u.a.: www.jpc.de

Als Dank, dass Sie auch ange­sichts der Coro­na-Kri­se an die Musik glau­ben, kön­nen Sie die­ses Album bis Ende Mai 2020 kos­ten­frei in der NML hören. Regis­trie­ren Sie sich unter: crescendo.de

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Walter Weidringer
Walter Weidringer lebt und arbeitet als Musikwissenschaftler, Journalist und Kritiker in Wien. Seit seiner Mittelschulzeit schreibt und spricht er über Musik und ihre Interpretation: in Büchern, Zeitungen, Zeitschriften, Programmheften, bei Vorträgen und im Radio. Fit hält er sich damit, beim Eintragen in die Datenbank seiner CD-Sammlung nie mehr als drei Laufmeter im Rückstand zu sein.

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