Les Surprises widmen sich Werken von Henry Purcell und dessen Zeitgenossen und entfachen ein emotionales Feuerwerk. 

Beim Namen Henry Purcell denkt man sofort an die Oper Dido and Aeneas oder das Maskenspiel The Fairy Queen. Weniger bekannt ist die Bühnenmusik, die er Ende des 17. Jahrhunderts für eine Londoner Sprechtheaterkompanie schrieb. Das französische Ensemble Les Surprises hat Werke von Purcell und Zeitgenossen aufgenommen, die es in sich haben. „Ich brenne, ich brenne, mein Hirn verglüht zu Asche“, heißt es in John Eccles‘ Lied für The Comical History of Don Quixote von Thomas D’Urfey. Temperamentvoll verkörpert Eugénie Lefebvre hier die liebeskranke Marcella. Sie seufzt, stöhnt, schreit und gerät außer sich, ihre Stimme kippt stellenweise ins Hässliche. Eine stimmliche Herausforderung, der sich die Sopranistin mühelos gewachsen zeigt. 

Les Surprises
Das barocke Spezialensemble Les Surprises unter der Leitung von Louis-Noël Bestion de Camboulas
(Foto: © Ludo Leleu)

In John Blows Poor Celadon, he sighs in vain schlüpft der Bariton Etienne Bazola in die Rolle eines unglücklich verliebten Mannes, der qualvoll vor sich hin leidet. Humoristische Untertöne blitzen in Purcells Song There’s nothing so fatal as women hervor. Unter der Leitung von Louis-Noël Bestion de Camboulas spielt das barocke Spezialensemble außerdem rhythmisch bewegte Instrumentalstücke wie Hornpipe oder Chaconne aus Purcells Semi-Oper King Arthur. Eine Aufnahme, die einmal mehr beweist, wie viele Emotionen Barockmusik wecken kann.

_„Purcell: Tyrannic Love”, Ensemble Les Surprises, Louis-Noël Bestion de Camboulas (Alpha)