Klaus Hey­mann ist ein Urge­stein der Musik­in­dus­trie. Zum Ver­ständ­nis ein kur­zer Lebens­lauf: Hey­mann stu­dier­te Roma­nis­tik und Anglis­tik in Frank­furt und Lon­don, an der Sor­bon­ne in Paris und schließ­lich an der Uni­ver­si­tät in Lis­sa­bon, brach jedoch sein Stu­di­um ohne Abschluss ab.

Sein Studium finanzierte sich Klaus Heymann als Tennislehrer.

Neben­bei gesagt: Ver­dient hat­te er es sich als Ten­nis­leh­rer. Für eine ame­ri­ka­ni­sche Wochen­zei­tung ging er schließ­lich im Jahr 1967 als Anzei­gen­ver­käu­fer nach Hong­kong, um deren Asi­en-Ver­trieb zu orga­ni­sie­ren. Neben­bei bau­te er ein eige­nes Ver­sand­ge­schäft für Uhren, Kame­ras und HiFi-Gerä­te auf.

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Für seine Frau, die Geigerin Takako Nishizaki, rief Klaus Heymann
1982 das Plattenlabel Marco Polo ins Leben.

Nach­dem er die japa­ni­sche Vio­li­nis­tin Taka­ko Nis­hi­za­ki gehei­ra­tet hat­te, grün­de­te er für sie 1982 das Plat­ten­la­bel „Mar­co Polo“, für das sei­ne jun­ge Frau sel­ten gespiel­te Wer­ke auf­nahm.

Mit der Gründung des Unternehmens Naxos gilt Klaus Heymann
als Erfinder des „Budget“-Segments in der Klassik.

1987, inzwi­schen 50-jäh­rig, star­te­te er noch mal durch: mit der Grün­dung des Start-up-Unter­neh­mens Naxos. Und gilt damit als Erfin­der des „Budget“-Segments in der Klas­sik: Bei Naxos kos­te­ten CDs nur die Hälf­te! 1999, als „online“ für die meis­ten Men­schen noch Hokus­po­kus war, grün­de­te er die welt­weit ers­te Web­site für Bespre­chun­gen von Klas­si­kal­ben, „Clas­sics Today“, die er spä­ter ver­kauf­te. Der Grund dafür: die Angst, die Nut­zer wür­den den Rezen­sio­nen nicht glau­ben, wüss­ten sie, dass die Fir­ma zu sei­ner Plat­ten­fir­ma gehört.

Es war das Jahr 1996, als er mit www.hnh.com klas­si­sche Musik erst­mals per Strea­ming zugäng­lich mach­te. Dar­aus ent­wi­ckel­te er 2002 die „Naxos Music Libra­ry“ mit inzwi­schen über 147.000 Titeln. Zum Ver­gleich: Die ver­meint­li­chen Entre­pre­neu­re des Musik­strea­ming-Diens­tes „Spo­ti­fy“ gin­gen 2008 online, sechs Jah­re nach Hey­mann.

Klaus Heymann lebt in Hongkong und Neuseeland und hat einen kosmopolitischen Blick
auf die Welt der klassischen Musikwirtschaft. 
(Foto: © Naxos)

Seit über 50 Jah­ren lebt Klaus Hey­mann in Hong­kong und Neu­see­land. Und es gibt defi­ni­tiv nur wenig Men­schen, die im inter­na­tio­na­len Musik­markt – ins­be­son­de­re in Asi­en – so gut ver­netzt sind wie er und einen wirk­lich kos­mo­po­li­ti­schen Blick auf die Welt der klas­si­schen Musik­wirt­schaft haben. 

 

Winfried Hanuschik: „Ich habe großen Respekt vor Klaus Heymanns Lebensleistung: als Mensch und als Unternehmer. Und ich freue mich
immer, wenn ich ihn treffe: von Mensch zu Mensch und
von Unternehmer zu Unternehmer.“

 

War­um spie­len die gro­ßen Plat­ten­fir­men im Musik­ver­trieb heu­te kei­ne Rol­le mehr, son­dern „Quer­ein­stei­ger“ wie Apple, Ama­zon und Spo­ti­fy?

 

In der Früh­zeit des Down­loads haben die gro­ßen Plat­ten­fir­men, die „Majors“, irgend­wie ver­sucht, ihre eige­nen Platt­for­men auf­zu­bau­en. Das hat alles nicht funk­tio­niert, bis auf ein­mal Apple mit iTu­nes kam – da konn­te man auf ein­mal alles fin­den. Die Hörer wis­sen ja meist gar nicht, bei wel­chem Label ein Künst­ler ist. Die such­ten etwa nach „ABBA“, wur­den zum Bei­spiel bei War­ner nicht fün­dig und gin­gen dar­um nicht mehr auf deren Sei­te. Bei iTu­nes aber konn­te man auf ein­mal nahe­zu jeden Song oder jedes Stück fin­den. Dar­um wur­de es so ein Erfolg. Letzt­lich ist das ja auch der gro­ße Vor­teil unse­rer Naxos Music Libra­ry (NML): Mitt­ler­wei­le haben wir fast alles im Bereich der klas­si­schen Musik.

 

Klaus Heymann: „Ich schätze, dass wir in drei Jahren nur noch
zehn Prozent aller Alben im Presswerk herstellen. Alles andere wird manufacturing on demand.“

 

Wie geht es mit der klas­si­schen CD wei­ter?

 


Die CD wird es auch in zehn Jah­ren noch geben, weil vie­le Hörer, Künst­ler, Orches­ter und auch vie­le Kri­ti­ker das phy­si­sche Pro­dukt haben wol­len. Die Kri­ti­ker, vor allem die älte­ren, neh­men immer noch kei­nen Down­load an, noch nicht ein­mal in „High Reso­lu­ti­on“. Sie wol­len immer noch eine CD in der Hand haben. Auch Kon­zert­ver­käu­fe, Geschen­ke – all das wird wei­ter­lau­fen. Aber ich schät­ze, dass wir in drei Jah­ren nur noch zehn Pro­zent aller Alben im Press­werk her­stel­len. Alles ande­re wird dann „manu­fac­tu­ring on demand“, sozu­sa­gen ein digi­ta­les Lager mit 50.000, 100.000 Titeln auf einem Ser­ver. Kommt dann ein Auf­trag, drückt man auf einen Knopf, und die CD wird in Ein­zel­an­fer­ti­gung her­ge­stellt, inklu­si­ve Print, Cover, Book­let, Inlay Card. Wir haben das jetzt in den USA und wer­den uns auch in Deutsch­land und Japan die Maschi­nen anschaf­fen. Das rech­net sich, weil die kos­ten­in­ten­si­ve Pres­sung und Bevor­ra­tung von Mil­lio­nen CDs und der Ver­sand vom Zen­tral­la­ger in Mün­chen in die gan­ze Welt ent­fällt.

 

Klaus Heymann: „Im Bereich der klassischen Musik spielt das Streaming in Deutschland eine untergeordnete Rolle.“

 

Machen Strea­ming-Ange­bo­te die CD kaputt?

 


Ich habe mit vie­len Label-Chefs gespro­chen, die alle sagen: „Ich inves­tie­re so viel in die­se Auf­nah­me, und dann steht sie im Inter­net – das zer­stört mei­ne phy­si­schen Ver­käu­fe.“ Dar­um hat­ten wir ursprüng­lich eine „Qua­ran­tä­ne“: Brach­ten wir eine CD neu her­aus, haben wir sie erst drei Mona­te spä­ter im Inter­net zur Ver­fü­gung gestellt. Wir haben das alles getes­tet. Im Ergeb­nis mach­te es bei den Ver­käu­fen kaum einen Unter­schied. Anschei­nend sind das unter­schied­li­che Kun­den: Der CD-Käu­fer ist ein ande­rer Kun­de als der Strea­mer, der sich Play­lists anhört. Die Neu­gie­ri­gen, die nur mal eben rein­hö­ren wol­len, die ver­liert man, die kön­nen ihre Neu­gier­de jetzt auf Spo­ti­fy oder Apple Music befrie­di­gen. Aber die ande­ren kau­fen trotz­dem, weil ihnen der Besitz, die Sound­qua­li­tät und das hap­ti­sche Erleb­nis einer CD wich­tig sind. Im Bereich der klas­si­schen Musik spielt das ­Strea­ming mit ca. 20 Pro­zent in Deutsch­land aktu­ell noch eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le, aber im Pop-Bereich sind die Ein­nah­men aus Strea­ming inzwi­schen höher als die aus CD-Ver­käu­fen.

 

Klaus Heymann: „Für die unabhängigen Labels ist die Music Library
die größte Einnahmequelle.“

 

Strea­ming ist für den Kun­den nur ein ande­rer Zugangs­weg zur Musik. Bequem, sogar auf dem Han­dy, über­all und jeder­zeit mit einem Fin­ger­tipp ver­füg­bar – wenn die Inter­net­ver­bin­dung schnell genug ist. Bei man­chen Anbie­tern inzwi­schen auch in hoher Wie­der­ga­be­qua­li­tät. Wel­che Rol­le spie­len die ver­schie­de­nen Strea­ming-Por­ta­le?

Für die unab­hän­gi­gen Labels ist die Music Libra­ry immer noch die größ­te Ein­nah­me­quel­le. Dann fol­gen Spo­ti­fy, Apple Music mit iTu­nes und Ama­zon Prime. Bei den Inter­net-Radi­os sind ­Pan­do­ra und iHe­ar­t­Ra­dio unse­re größ­ten Kun­den. Und von den klei­ne­ren Anbie­tern läuft Qobuz noch ganz gut.

Was bekom­men Label und Künst­ler von den Strea­ming-Por­ta­len?

 


Statt ca. zehn Euro pro ver­kauf­ter CD bekom­men wir von Spo­ti­fy etwa 0,4 Cent und bei Apple Music 0,7 Cent pro Track. Die Naxos Music Libra­ry zahlt bes­ser, etwa sechs Cent pro Track. Das kommt daher, dass die ande­ren Anbie­ter sowohl Pop als auch Klas­sik anbie­ten, wäh­rend bei der Naxos Music Libra­ry die Klas­sik unter sich bleibt. Da Klas­sik­hö­rer geziel­ter hören und die Musik meis­tens nicht den gan­zen Tag neben­bei lau­fen las­sen, bleibt mehr Erlös pro Track.

Das heißt also, jemand müss­te ein Album, je nach­dem wie man rech­net, etwa 500-mal von vorn bis hin­ten durch­hö­ren, bis das einem ein­zi­gen CD-Ver­kauf ent­spricht. Bei aller Lie­be, aber das ist doch eher die Aus­nah­me… Wie soll man da als Künst­ler und Plat­ten­fir­ma von den Strea­ming-Ein­nah­men über­haupt noch eine Auf­nah­me finan­zie­ren?

Weil viel mehr Geld rein­kommt aus Län­dern, von denen wir nie Geld gese­hen haben, weil es dort gar kei­nen Plat­ten­han­del in dem Stil gab, wie wir das in Deutsch­land für nor­mal hal­ten: aus Bra­si­li­en, aus Argen­ti­ni­en, aus Chi­le, vom Mitt­le­ren Osten, aus Süd­ost­asi­en. Wir ver­die­nen damit so viel mehr, dass wir neu­lich sogar dar­über gespro­chen haben, dass wir auch mit den Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­kern auf­neh­men soll­ten, denn jetzt kön­nen wir’s uns end­lich leis­ten. Glau­ben Sie mir: Davon träu­me ich seit Lan­gem!

Zum 25-jährigen Jubiläum seines Labels, 2012, veröffentlichte Klaus Heymann
das Buch „The Story of Naxos“, das in deutscher Sprache unter dem Titel „NAXOS
Das Geheimnis des Erfolgs“ erschien.
(Foto: © Naxos)

Aber man braucht halt einen Rie­sen­ka­ta­log, dass man wirk­lich alle Hörer­wün­sche befrie­di­gen kann, also Play­lists, die etwas Pas­sen­des anbie­ten. Das ist har­te Arbeit. Wir haben Leu­te, die zum Bei­spiel Spo­ti­fy Play­lists und Musik vor­schla­gen. Wir haben sogar einen, der vor­her bei Spo­ti­fy ange­stellt war, ange­wor­ben. Der ist jetzt bei unse­rer schwe­di­schen Nie­der­las­sung und hat das gan­ze Play­list-Fach­li­che bei denen ange­lei­ert. Aber letzt­lich sind wir heu­te viel, viel pro­fi­ta­bler als zu Hoch­zei­ten von Naxos, als wir von einem Album 500.000 Stück ver­kau­fen konn­ten.

Und was ist mit den tra­di­tio­nel­len Klas­sik-Ton­trä­ger­märk­ten?

 

Also die USA sind immer noch die Größ­ten, gefolgt von Eng­land, Japan, Frank­reich, Deutsch­land, Skan­di­na­vi­en, glau­be ich. Das Haupt­ein­kom­men gene­riert sich immer noch aus den gro­ßen Märk­ten. Aber es kom­men jetzt vie­le klei­ne­re Beträ­ge dazu. Bra­si­li­en liegt jetzt bei drei Pro­zent. Da hat man frü­her null CDs ver­kauft.

Okay, von null auf drei Pro­zent, das ist eine ordent­li­che Men­ge.

 

Und ganz ordent­li­ches Geld. Das kommt von den Play­lists. Wenn man einen Track in eine Play­list von Spo­ti­fy, Apple oder Ama­zon heben kann, lohnt sich das.

 

Es kommt also nicht auf die Ver­füg­bar­keit in Strea­ming-­Diens­ten an, son­dern es zählt, was in eine Play­list kommt?

 

Genau. Wir haben auch eige­ne Play­lists, teil­wei­se mit 500.000 oder einer Mil­li­on Fol­lo­wer. Naxos hat eine Play­list, die heißt „Pia­no de Fun­do“, die ver­dient ein enor­mes Geld. Das ist Hin­ter­grun­d­-Kla­vier­mu­sik.

 

Klaus Heymann: „Ich bin im Geschäft, um neues Repertoire
und neue Künstler zu entdecken.“

 

Das ist kauf­män­nisch sicher­lich erfreu­lich, mit Klas­sik in sei­ner Viel­falt und Qua­li­tät hat das aber nicht viel zu tun. Neue Auf­nah­men kann man sich da eigent­lich spa­ren und statt­dessen um Play­list-Plät­ze rin­gen?

Nein, also ich mache das nicht so. Wir haben ja immer noch 200 neue Auf­nah­men im Jahr allein bei Naxos. Zusam­men sind es mit unse­ren ande­ren Labels viel­leicht 350 Neu­ver­to­nun­gen im Jahr.

Aber war­um eigent­lich? Wenn sich das schlecht ver­kauft oder es jeder schon in einer ande­ren Ein­spie­lung hat?

 

Aber des­we­gen bin ich ja im Geschäft: neu­es Reper­toire zu ent­de­cken, neue Künst­ler zu ent­de­cken. Sonst macht das kei­nen Spaß mehr. Mit dem immer glei­chen Stan­dard­re­per­toire wird’s tat­säch­lich schwie­rig, auch für Top-Künst­ler.

 

Klaus Heymann: „Zum Bruckner-Jubiläum planen wir ein Projekt mit
24 Versionen aller Bruckner-Sinfonien.“

 

Play­lists ver­än­dern die Kunst. Wir hören kein Werk mehr, wir hören nur noch Tracks?

 

Natür­lich ist da immer auch ein Link zum jewei­li­gen Album, obwohl die meis­ten das kaum nut­zen. Außer es sind span­nen­de Pro­jek­te und Rei­hen. Wir machen zum Bei­spiel alle 24 Ver­sio­nen aller Bruck­ner-Sin­fo­ni­en in den nächs­ten drei, vier Jah­ren für das Bruck­ner-Jubi­lä­um. Sol­che Pro­jek­te kön­nen wir uns heu­te leis­ten, weil das Geld über’s Strea­ming rein­kommt.

Vie­le renom­mier­te Labels wur­den in den letz­ten Jah­ren ver­kauft und pro­du­zie­ren nur noch eine Hand­voll neu­er Auf­nah­men.

 

Die haben alle geschla­fen. Sie mein­ten, es gehe immer so wei­ter: teu­er pro­du­zie­ren und zum Hoch­preis ver­kau­fen – das geht heu­te ein­fach nicht mehr.

 

Aber bei Spo­ti­fy, Ama­zon und Apple gehen doch so ambi­tio­nier­te Pro­duk­tio­nen trotz­dem völ­lig unter?

 

Dar­um ist ja die Naxos Music Libra­ry für die Klas­sik so wich­tig. Na gut, wir arbei­ten auch schon seit 16 Jah­re dar­an. Aber sagen wir mal so: Die Music Libra­ry selbst trägt sich eigent­lich nicht. Es ist enorm teu­er, so eine Platt­form zu betrei­ben. Wir zah­len allein drei Mil­lio­nen Dol­lar im Jahr an ein Con­tent Dis­tri­bu­ti­on Net­work, das die Musik via Inter­net an die Hörer aus­lie­fert. Dazu kom­men etwa 100 Leu­te für die Daten­pfle­ge, Kun­den­ser­vice, Ent­wick­ler und Com­pu­ter­spe­zia­lis­ten – das kos­tet ein Hei­den­geld. Aber es hilft natür­lich in all den ande­ren Berei­chen, die wir machen. Wir kön­nen uns das haupt­säch­lich leis­ten, weil wir auch sehr vie­le eige­ne Auf­nah­men auf der Naxos Music Libra­ry drauf­ha­ben.

Klaus Heymann: „Man kann Yu Long als den Begründer der klassischen Musikkultur in China sehen.“

Sie waren ja schon sehr früh in Chi­na tätig – für die meis­ten Euro­pä­er war Asi­en damals noch am Ende der Welt. Wel­che Rol­le spielt klas­si­sche Musik in Chi­na?

 

Zum Bei­spiel die Pro­vinz Sichuan, bezie­hungs­wei­se die Stadt Cheng­du, möch­te gern eine Zen­tra­le für Musik sein. „Cheng­du can do“ läuft da im Fern­se­hen. Ich ken­ne den Diri­gen­ten. Das ist einer unse­rer Haus­di­ri­gen­ten, der das Orches­ter dort auf­baut. Der will rich­tig inves­tie­ren. Es gibt auch immer wie­der Stim­men inner­halb der Poli­tik, die die­se Hin­wen­dung und die­se Invest­ments in die Kul­tur als Ver­west­li­chung kri­ti­sie­ren. Man muss immer vor­sich­tig sein, dass nicht doch mal wie­der ein Rück­schlag kommt.

Oder Long Yu, der Initia­tor des Bejing Music Fes­ti­vals…

 

Den ken­ne ich, seit er zwölf Jah­re alt war. Sein Groß­va­ter ist Ding Shan­de, der berühm­te chi­ne­si­sche Kom­po­nist der Lan­ger-Marsch-Sin­fo­nie. Die Rech­te dafür hat­te ich erwor­ben, da war Long zwölf Jah­re alt. Und sein Bru­der, der inzwi­schen mein Geschäfts­part­ner in Chi­na ist, war acht Jah­re alt. So lan­ge bin ich da schon. Man kann Yu Long wirk­lich als den Begrün­der der klas­si­schen Musik­kul­tur in Chi­na sehen. Die Fami­lie ist enorm gut poli­tisch ver­netzt. Sei­ne Mut­ter war mal Direk­to­rin einer mei­ner Fir­men. Eine gute Pia­nis­tin, sie hat auch für uns auf­ge­nom­men. Und die Tan­te ist Gei­gen­leh­re­rin am Kon­ser­va­to­ri­um in Schang­hai.

Familie Heymann: Klaus Heymann mit seiner Frau Takako Nishizaki und
dem gemeinsamen Sohn Henryk Nishizaki-Heymann 
(Foto: © Emely Chou)

 

Gibt’s inzwi­schen auch ein Publi­kum?

 

Ja, aber sel­ten ein zah­len­des Publi­kum. Das gibt es nur für bekann­te chi­ne­si­sche Künst­ler, zum Bei­spiel beim Bejing Music Fes­ti­val, aber was in den Pro­vin­zen statt­fin­det, da wird noch viel inves­tiert. Es gibt inzwi­schen einen Klas­sik-Video­ka­nal und 80 Orches­ter. 1982 gab’s nur zwei: eins in Peking und eins in Schang­hai. So hat sich das ent­wi­ckelt.

Wel­che Künst­ler ver­kau­fen sich in Chi­na? Sind das die euro­päi­schen Stars oder chi­ne­si­sche Künst­ler?

 

Bei den Vio­li­nis­ten sind es Siqing Lu, Tian­wa Yang, Ning Feng und der Cel­list Liwei Qin. Bei den Pia­nis­ten natür­lich Lang Lang, aber auch Yuja Wang. Also die chi­ne­si­schen ver­kau­fen sich wirk­lich sehr gut – die Chi­ne­sen sind da recht patrio­tisch.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Neu­erschei­nun­gen des Labels: www.naxos.de

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