Luft liegt in der Musik des 15. und 16. Jahr­hun­derts. Das beweist die 20 Wer­ke umfas­sen­de Ein­spie­lung der Capel­la de la Tor­re unter Katha­ri­na Bäuml. Sie ist die drit­te CD des Ensem­bles, die sich nach Was­ser und Feu­er einem Ele­ment wid­met. Das allen Stü­cken gemein­sa­me „Luf­ti­ge“ prä­sen­tiert sich hier vor­wie­gend in flüs­si­gen Tem­pi und beschwing­ten Cha­rak­te­ren, dabei wird Luft in höchst unter­schied­li­chen Dimen­sio­nen bespielt und besun­gen: als Natur­phä­no­men und Lebens­raum (West­wind und Vögel), als gött­li­ches und mys­ti­sches Ele­ment (Atem und Winds­braut) und in ihrer träu­me­ri­schen und sorg­lo­sen Dimen­si­on (Luft­schlös­ser und Luf­ti­kus). 

Die Capella de la Torre 
(© Andreas Greiner-Napp)
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Die ver­sam­mel­ten The­men sind oft nahe­lie­gend, zum Teil über­ra­schend. Das umge­kehr­te Ver­hält­nis aber bie­tet sich musi­ka­lisch auf die­ser im Übri­gen vor­züg­lich und so wun­der­bar lust­voll musi­zier­ten Auf­nah­me, die mit gro­ßen Kom­po­nis­ten und hüb­schen Ent­de­ckun­gen auf­war­tet.  

Tho­mas Raven­scroft u.a.: „Air Music. Tales of Fly­ing Crea­tures and Hea­ven­ly Bree­zes”, Katha­ri­na Bäuml, Capel­la de la Tor­re (dhm)

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Ute Elena Hamm
Als Journalistin spürt Ute Elena Hamm klassischer Musik am liebsten abseits der Konzertsäle nach: ob in der Kunst, in der Werkstatt, im Flugzeug – oder in der Literatur, wie in ihrem aktuellen Promotionsprojekt. Auf der Bühne fühlt sie sich aber ebenfalls zuhause: als professionelle Sängerin, auch in renommierten Vokalensembles und Rundfunkchören.

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