Apotheose der ­Weltverlorenheit

Münchner Philharmoniker

Die zweite Folge der Münchner Philharmoniker beim eigenen Label mit Konzertmitschnitten unter Sergiu Celibidache (nach den unübertrefflichen Aufnahmen von Schuberts Unvollendeter und Dvořáks Sinfonie Aus der Neuen Welt) überrascht mit Gustav Mahler. Und tatsächlich sind die Kindertotenlieder das einzige Werk Mahlers, das Celibidache aufgeführt hat. Mit Brigitte Fassbaender wird alles in feinster Weise ausgestaltet, die Tragödie entfaltet sich in erschütternder Weise als Apotheose der Weltverlorenheit, es wird ein unentrinnbarer Spannungsbogen zelebriert. Richard Strauss’ Tod und Verklärung erfährt in der prachtvoll durchgehörten, hellwach ausbalancierten und aufgrund kammermusikalisch geschulter, kontrapunktisch und harmonisch bewusst artikulierender Sanglichkeit eine rundherum stimmige und fesselnde Referenzaufführung.

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