Zoltán Kodály war der erste, der das Cellorepertoire rund 200 Jahre nach Johann Sebastian Bachs Suiten um ein Solowerk bereicherte – und was für eines! Seine Solosonate verlangt neben vielen technischen Herausforderungen eine Skordatur: die beiden unteren Saiten werden einen Halbton tiefer gestimmt. Julian Steckel widmet diesem Werk seine neue CD. Ihm zur Seite stellt er die Sonatina für Cello und Klavier und das Duo für Cello und Geige. Dabei hat Steckel kongeniale Partner: Violinistin Antje Weithaas und Pianist Paul Rivinius. Selbst urteilte der Komponist, der sich (hörbar) sehr für die Volksmusik Ungarns einsetzte, über seine 1915 entstandene Solosonate: „In 25 Jahren wird kein Cellist akzeptiert werden, der sie nicht gespielt hat.“ Julian Steckel ist natürlich schon längst „akzeptiert“. Aber er beweist hier einmal mehr seine wahnsinnige Musikalität und Ausdruckskraft. Sein Spiel ist technisch versiert, aber alles andere als glatt und langweilig. Er kann zupacken, ungestüm werden, wenn es nötig ist, vermag es aber genauso, sein Cello singen und flüstern zu lassen.  

Zoltán Kodály: „Sonatina für Cello und Piano” u.a., Julian Steckel, Paul Rivinius, Antje Weithaas (Avi)

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Sina Kleinedler
Direkt nach ihrem Abi wirbelte Sina Kleinedler bereits als Praktikantin durch die crescendo-Redaktion. Ein Musikjournalismus- und Cellostudium in Dortmund und Hannover schlossen an. Heute gibt sie unter anderem regelmäßig Konzerteinführungen in der Philharmonie Köln. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ (Augustinus Aurelius), lautet ihre Devise.

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