Aribert Reimann

News | 12.12.2023

Musik­au­toren­preis für Aribert Reimanns Lebens­werk

von Redaktion Nachrichten

12. Dezember 2023

Der Komponist Aribert Reimann erhält den Deutschen Musikautor*innenpreis für sein Lebenswerk. Die Gema wird die Auszeichnung am 8. Februar 2024 in Berlin verleihen.

Der Kompo­nist Aribert Reimann erhält den Deut­schen Musikautor*innenpreis für sein Lebens­werk. Der 87-Jährige habe sich als wegwei­sender Kompo­nist und heraus­ra­gender Künstler einen festen Platz in der Welt der klas­si­schen Musik erar­beitet, teilte die Gesell­schaft für musi­ka­li­sche Auffüh­rungs- und mecha­ni­sche Verviel­fäl­ti­gungs­rechte (Gema) am Dienstag mit. Die Auszeich­nung soll ihm am 8. Februar 2024 in Berlin verliehen werden.

Aribert Reimann

Aribert Reimann

Reimann habe kompro­misslos seine eigene musi­ka­li­sche Sprache entwi­ckelt, die die Hörer in ihrer Verbin­dung von Expres­si­vität und Klar­heit emotional und intel­lek­tuell erreiche, aufrüt­tele und anrühre, erklärte die Jury. „Die Nähe zur mensch­li­chen Stimme macht die Vokal­musik und das Musik­theater zu einem Schwer­punkt seines umfas­senden Schaf­fens. Aribert Reimann konfron­tiert uns darin mit den Bedin­gungen der mensch­li­chen Exis­tenz und ihren Gefähr­dungen und eröffnet damit einen Raum für Empa­thie“, hieß es in der Begrün­dung weiter. Zudem habe der gebür­tige Berliner sein Wissen über Jahr­zehnte als Lehrer für das zeit­ge­nös­si­sche Lied an Studenten weiter­ge­geben und den Busoni-Kompo­si­ti­ons­preis für junge Kompo­nisten gestiftet.

Reimann hat Opern, Orches­ter­stücke, Kammer­musik und Lieder geschaffen. Mit der Oper „Lear“ gelang ihm 1978 der inter­na­tio­nale Durch­bruch. Das Stück wurde seitdem an mehr als 40 Häusern welt­weit gespielt und zählt zu den Haupt­werken der Oper im 20. Jahr­hun­dert. Der viel­fach ausge­zeich­nete Tonschöpfer entwi­ckelte Lied­kom­po­si­tionen auf lite­ra­ri­sche Vorlagen von Autoren wie Inge­borg Bach­mann, Paul Celan und James Joyce sowie bis heute prägende Opern­kom­po­si­tionen wie „Medea“, „Das Schloss“, „Troades“ und „Die Gespens­ter­so­nate“.

Der Deut­sche Musik­au­toren­preis wurde 2009 von der Gema ins Leben gerufen, die ihn jähr­lich in rund zehn Kate­go­rien vergibt. Während der Corona-Pandemie wurde die 12. Verlei­hung 2020 abge­sagt und 2021 in einer Online-Veran­stal­tung nach­ge­holt. 2022 wurde die Auszeich­nung in „Deut­scher Musikautor*innenpreis“ umbe­nannt, im Jahr darauf waren zwei der zehn Preis­träger Frauen.

Die Gema mit Sitz in München vertritt nach eigenen Angaben die Urhe­ber­rechte von rund 78.000 Kompo­nisten, Text­au­toren und Musik­ver­le­gern in Deutsch­land sowie von über zwei Millionen Rech­te­inha­bern aus aller Welt.

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Fotos: Daniel Mayer