Intendantin Elisabeth Sobotka und Generalmusikdirektor Christian Thielemann präsentieren Spielplan 2024/25 der Berliner Staatsoper Unter den Linden

News | 13.05.2024

Berliner Staats­oper will verführen und bewegen

von Redaktion Nachrichten

13. Mai 2024

Das Programm der Berliner Staats­oper soll „verführen, bewegen, zum Denken anregen und unter­halten“. Das sagte die desi­gnierte Inten­dantin Elisa­beth Sobotka am Montag bei der Vorstel­lung ihrer ersten Spiel­zeit 202425. Es gebe unend­lich viele Vari­anten und Möglich­keiten, die Faszi­na­tion eines Opern­abends lebendig zu halten. „Eine Voraus­set­zung ist essen­tiell: Qualität. Und die ist an diesem Haus in exzel­lenter Form gegeben“, betonte sie.

Elisabeth Sobotka und Christian Thielemann

Elisa­beth Sobotka, Chris­tian Thie­le­mann

Der künf­tige Gene­ral­mu­sik­di­rektor Chris­tian Thie­le­mann plant gleich im Oktober 2024 ein neues Format namens „U30“. Dieses soll jüngeren Besu­chern die Möglich­keit bieten, ausge­wählte Konzerte der Staats­ka­pelle Berlin vorab im Rahmen einer öffent­li­chen Gene­ral­probe zu erleben. Thie­le­mann wurde im September 2023 zum Nach­folger von Daniel Baren­boim ernannt, der seinen Vertrag aus gesund­heit­li­chen Gründen aufge­löst hatte. Trotz der Kürze der Vorbe­rei­tungs­zeit hätten Sobotka und er „wunder­bare Programme“ entwi­ckelt. Mit großer Freude blickt der 65-Jährige auf die Première der Oper „Die schweig­same Frau“, die er noch nie diri­giert hat. „Mir ist es ein großes Anliegen, das umfang­reiche Reper­toire von Richard Strauss, der viele Jahre an der Berliner Linden­oper Hofka­pell­meister war, dem Publikum näher zu bringen“, erklärte der gebür­tige Berliner.

Insge­samt plant die Berliner Staats­oper in der kommenden Saison acht Premieren, darunter Charles Gounods „Roméo et Juli­ette“ und „Fin de partie“ von György Kurtág. Den Anfang macht Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“, die seit Jahr­zehnten nicht mehr an dem Haus gespielt wurde. Neben Luca Salsi in der Titel­partie ist Anna Netrebko als Abigaille zu erleben. Gegen Auftritte der russi­schen Sopra­nistin gibt es immer wieder Proteste. Netrebko hatte den Über­fall Russ­lands auf die Ukraine im Februar 2022 ausdrück­lich verur­teilt und den Menschen in der Kriegs­re­gion ihr Mitge­fühl ausge­drückt. Gleich­wohl wurde sie wegen angeb­li­cher Nähe zum russi­schen Präsi­denten Wladimir Putin kriti­siert und von einigen Auftritten ausge­laden.

Als beson­deres Herzens­pro­jekt bezeich­nete Sobotka den „Frei­schütz für Kinder“ nach Carl Maria von Weber, der im Februar 2025 auf die Bühne im großen Saal kommen soll. Da es in den Schulen immer weniger Zeit für musi­sche Fächer gebe, wolle die Staats­oper als Insti­tu­tion mithelfen, den Kindern leichten und zugleich quali­tät­vollen Kontakt mit Musik und Oper zu ermög­li­chen. Das Ziel sei, dass jedes Schul­kind Berlins einmal ohne Aufwand und Zutun der Eltern selbst­ver­ständ­lich und gründ­lich vorbe­reitet in die Staats­oper kommen kann. Dafür biete man pädago­gi­sches Mate­rial und Work­shops für Lehrer und Mitmach­auf­gaben für Kinder an.

Die Staats­ka­pelle Berlin gibt unter anderem acht Abon­ne­ment­kon­zerte, von denen drei unter der Leitung von Thie­le­mann stehen. Zwei Konzerte wird sein Vorgänger Baren­boim diri­gieren. Bei den Konzerten zum Jahres­wechsel präsen­tiert der neue GMD statt der tradi­tio­nell gespielten Neunten Sinfonie von Beet­hoven Musik aus Tonfilmen und Thea­ter­stü­cken der Weimarer Zeit, etwa von Kurt Weill, Werner Richard Heymann und Fried­rich Hollaender.

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Fotos: Peter Adamik