Sergej Lukaschewski

News | 24.11.2023

Tonhalle Düssel­dorf: Menschen­rechts­preis an Russen

von Redaktion Nachrichten

24. November 2023

Der russische Historiker und Menschenrechtler Sergej Lukaschewski erhält den Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf 2024. Lukaschewski setzt sich trotz Rückschlägen weiterhin für Menschenrechte ein.

Der Menschen­rechts­preis der Tonhalle Düssel­dorf 2024 geht an Sergej Lukaschewski. Mit dem russi­schen Histo­riker und Menschen­rechtler ehre man einen Mann, „der sich prak­tisch schon sein gesamtes Berufs­leben für die Menschen- und Bürger­rechte einsetzt, obwohl er bei seiner Arbeit zahl­reiche Rück­schläge erdulden musste“, erklärte der Chef­di­ri­gent der Düssel­dorfer Sympho­niker, Ádám Fischer.

Sergej Lukaschewski

Sergej Lukaschewski

Nahezu alle Insti­tu­tionen, für die Lukaschewski in den vergan­genen Jahren tätig war, seien mitt­ler­weile von den russi­schen Behörden verboten worden. Er leitete 15 Jahre lang das Moskauer Sacharow-Zentrums, das sich für Demo­kratie und Menschen­rechte in Russ­land einge­setzt hat. Zuvor war der 48-Jährige unter anderem für die Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tion Memo­rial, die Moskauer Helsinki-Gruppe und als Berater des Ombuds­mannes für Menschen­rechte der Russi­schen Föde­ra­tion tätig. Heute wirkt er als Chef­re­dak­teur von „Radio Sacharow“, das seit Mai 2023 gemeinsam mit dem Recher­che­zen­trum Correctiv in Berlin reali­siert wird.

„Ich bewun­dere zutiefst, dass Sergej Lukaschewski sich davon nicht entmu­tigen lässt und weiter für seine Über­zeu­gungen eintritt – selbst nachdem er sich gezwungen sah, sein Heimat­land zu verlassen. Sogar im Exil in Deutsch­land gibt er den Kampf nicht auf und anderen Menschen Hoff­nung“, betonte Fischer. Der Ungar, der die Empfänger des mit 10.000 Euro dotierten Preises jeweils selbst auswählt, enga­giert sich seit Jahren für Frei­heit und Menschen­rechte.

Die Auszeich­nung wird am 28. Januar 2024 im Rahmen des Menschen­rechts­kon­zerts in der Düssel­dorfer Tonhalle verliehen. Lukaschewski werde die Auszeich­nung persön­lich entge­gen­nehmen. Fischer diri­giert bei dem Konzert die Motette „Ave Verum Corpus“ von Wolf­gang Amadeus Mozart und die „Nelson­messe“ von Joseph Haydn. Es musi­zieren die Düssel­dorfer Sympho­niker, der Chor des Städ­ti­schen Musik­ver­eins und die Solisten Reka Kristóf, Anna Harvey, David Fischer und Luke Stoker.

Der Menschen­rechts­preis wird seit 2016 verliehen. Zu den bishe­rigen Preis­trä­gern zählen die Orga­ni­sa­tion „Ärzte ohne Grenzen“, die Ärzte­initia­tive „Praxis ohne Grenzen“, der Wiener Verein Mimi­kama, die Bewe­gung „Fridays for Future“ und zuletzt die irani­sche Autorin und Akti­vistin Sanaz Azimi­pour.

© MH – Alle Rechte vorbe­halten.

Fotos: Masha Kushnir