Hans Helm (1934-2023) und Edita Gruberova in "Don Pasquale", Wiener Staatsoper 1977

News | 27.12.2023

Bariton Hans Helm gestorben

von Redaktion Nachrichten

27. Dezember 2023

Die Wiener Staatsoper meldet das Ableben des Baritons Hans Helm am 23. November. Der Sänger wurde 90 Jahre alt und war mehr als 25 Jahre Mitglied des Ensembles der Staatsoper. Sein Repertoire umfasste eine Vielzahl von Rollen in Opern verschiedener Epochen und Stile.

Die Wiener Staats­oper trauert um Hans Helm. Wie das Haus am Mitt­woch mitteilte, ist der Bariton am 23. November im 90. Lebens­jahr gestorben „und mit ihm ein Stück schöne Staats­opern-Vergan­gen­heit“. Mehr als 25 Jahre hat der Sänger zum Ensemble gehört, 1986 wurde er zum Kammer­sänger ernannt.

Hans Helm (1934-2023) und Edita Gruberova

Hans Helm (1934–2023)
und Edita Gruberova

Der 1934 im deut­schen Passau gebo­rene Helm gastierte ab 1958 wieder­holt an der Wiener Staats­oper. Nach Stationen in Granz, Kassel und Dort­mund kam er endgültig im Haus am Ring an. Dort sang er allein den Figaro im „Barbier von Sevilla“ 46 Mal, den Grafen Alma­viva in der „Hoch­zeit des Figaro“ 45 Mal, 30 Mal Marcello in der „Bohème“, 69 Mal den Faninal im „Rosen­ka­va­lier“ und 25 Mal den Ill in Einems „Besuch der alten Dame“. Sein Reper­toire umfasste Mozart, Beet­hoven, Wagner, fran­zö­si­sche, italie­ni­sche und russi­sche Werke sowie 20. Jahr­hun­dert und Operette, etwa den Falke in der „Fleder­maus“ oder den Homonay im „Zigeu­ner­baron“.

Als „charis­ma­ti­scher Voll­blut-Sing­schau­spieler“ habe Helm auch das Publikum auf seiner Seite gehabt, hieß es in einem Nachruf der Wiener Staats­oper. „Und er liebte fühlbar sein Métier, das Haus, die Kolle­gen­schaft. Zugleich gehörte er nicht zu jenen, die sich in den Vorder­grund drängen wollten. Selbst nach dem Ende seiner Karriere (die ihn auch an viele weitere wich­tige inter­na­tio­nale Bühnen geführt hatte) sprach er lieber lobend über die Leis­tungen der anderen, um damit bescheiden von sich abzu­lenken.“

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Fotos: Archiv Wiener Staatsoper