Frankfurter Opern- und Museumsorchester mit GMD Thomas Guggeis

News | 29.11.2023

Aufruf der Frank­furter Orchester gegen Anti­se­mi­tismus

von Redaktion Nachrichten

29. November 2023

Frankfurter Orchester zeigen Besorgnis über die Zunahme von Antisemitismus in der Stadt und fordern Bürger auf, Stellung zu beziehen und sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen. Sie betonen den wichtigen Beitrag jüdischer Bürger zum kulturellen Leben der Stadt.

Die großen Orchester in Frank­furt am Main sind beun­ru­higt, „dass Anti­se­mi­tismus in unserer Stadt wieder spürbar und präsent ist“. Dagegen haben sich die Klang­körper in einem am Mitt­woch veröf­fent­lichten Aufruf ausge­spro­chen. Gewalt und Hass bedrohten das fried­liche Zusam­men­leben, erklärten das Frank­furter Opern- und Muse­ums­or­chester sowie das Sinfo­nie­or­chester und die Big Band des Hessi­schen Rund­funks (hr).

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Frank­furter Opern- und Muse­ums­or­chester

Das kultu­relle Leben Frank­furts habe sich unter anderem dank des Einsatzes jüdi­scher Mitbürger so reich­haltig entwi­ckeln können. „Die Opern- und Orches­ter­land­schaft wäre heute ärmer ohne dieses bürger­schaft­liche Enga­ge­ment“, hieß es. „Es war daher beson­ders erschre­ckend, wie bereit­willig sich die Kultur­or­ga­ni­sa­tionen während des Natio­nal­so­zia­lismus an der soge­nannten Arisie­rung betei­ligt haben.“ Nach dem Zweiten Welt­krieg habe die Hoff­nung exis­tiert, dass der Anti­se­mi­tismus in der Main­me­tro­pole keinen Platz mehr haben würde. Inzwi­schen müssten jüdi­sche Mitbürger und Kollegen jedoch wieder Angst haben, wenn sie sich mit Kippa oder David­stern in der Öffent­lich­keit bewegen.

Auslöser sei der brutale, durch nichts zu recht­fer­ti­gende Über­fall der Hamas. Dieser hass­erfüllte Terror habe zur derzei­tigen huma­ni­tären Kata­strophe im Nahen Osten und einer Unzahl ziviler Oper und unschul­diger Geiseln geführt. „Ihnen allen, auf israe­li­scher wie auf paläs­ti­nen­si­scher Seite, gelten unser Mitge­fühl und unsere Gedanken“, betonten die Orchester. Man erlebe zuneh­mend, wie sich dieser Hass auch in Frank­furt ausbreitet. Davon seien auch Kollegen betroffen und hätten oftmals das Gefühl, „dass wir sie in dieser Situa­tion alleine lassen“.

Jeder könne gegen Anti­se­mi­tismus Stel­lung beziehen, auf betrof­fene Kollegen und Mitbürger zugehen und sich für ein demo­kra­ti­sches und fried­li­ches Mitein­ander einsetzen. „Dazu wollen wir ermu­tigen und aufrufen“, hieß es.

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Fotos: Sophia Hegewald