Nikolaus Harnoncourt wirkte 36 Jahre am Pult des Opernhauses Zürich, zunächst mit dem Regisseur Jean-Pierre Ponnelle, nach dessen Tod mit Jürgen Flimm, Ruth Berghaus u.a. Im Spätherbst 2011 dirigierte er das Orchester des Opernhauses zum letzten Mal. Das legendäre Konzert liegt auf einem Doppelalbum vor. 

Volle 36 Jahre hat sie gedauert, die künstlerische Partnerschaft zwischen Nikolaus Harnoncourt und dem Orchester des Opernhauses Zürich, welches inzwischen als Philharmonia Zürich firmiert; vom berühmten Monteverdi-Zyklus von 1975 bis zum hier auf CD veröffentlichten letzten Konzert in der Tonhalle im November 2011. 

Trailer des Doppelalbums von Nikolaus Harnoncourts Abschiedskonzert am Pult des Orchesters des Opernhauses Zürich

Was sich an diesen Abenden musikalisch ereignet hat, ist so etwas wie die Essenz dieses großen Musikerklärers und Ausdrucksmusikers: die maximale Transparenz und Staffelung des Klangbildes, die Präzision und agogische Differenzierung, die ungeheure, vorwärtstreibende Dynamik und die plastische, geradezu eruptive Kraft des Orchesterspiels. Letztere prägt vor allem Beethovens Fünfte Sinfonie. Diese wird zu einer Vorschlussrunde der Revolution, einem Kampf der Mächte der Unterdrückung und der Befreiung, endend in einem rasant genommenen, vor Energie und Vitalität strotzenden Finalsatz. Ein Triumph, eine Entfesselung. Weitaus lyrischer, doch mit derselben Binnenspannung musiziert, ist im ersten Teil Mozarts Serenade für Bläser KV 361, die Gran Partita. Was der Dirigent und die 13 solistischen Bläser an bannender Konzentriertheit und farblichem Reichtum realisieren, ist ungemein bewegend. Hier wird nicht einfach nur Musik gespielt, hier werden die Essentials gestaltet.

„Farewell from Zurich. The Legendary Concert November 2011”, Philharmonia Zürich, Nikolaus Harnoncourt (2 CDs, Prospero)

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