News | 05.12.2021

Oper Frank­furt begeis­tert mit „Die Nacht vor Weih­nachten“

von Redaktion Nachrichten

5. Dezember 2021

Dass der Jubel nach der Première von Nikolai Rimski-Korsa­kows selten gespielter Oper „Die Nacht vor Weih­nachten“ am Sonn­tag­abend derart üppig ausfiel, war alles andere als selbst­ver­ständ­lich. Griff doch kurz­fristig seit diesem Abend die verschärfte hessi­sche Corona-Schutz­ver­ord­nung mit der Folge, dass jeder zweite Sitz­platz in der Oper gesperrt war. Ein Albtraum für die Orga­ni­sa­toren, die die Frank­furter Erst­auf­füh­rung bereits bestens verkauft hatten. Statt vollem Haus also strenges Schach­brett auf persön­liche Platz­an­wei­sung hin. Gemessen an diesen widrigen Umständen war der Schluss­ap­plaus gewaltig.

"Die Nacht vor Weihnachten"

„Die Nacht vor Weih­nachten“

insze­nierte die panthe­is­ti­sche Märchen­oper aus dem Jahre 1895 mit geschmack­voller Opulenz. In Johannes Leiackers ster­nen­rei­chem Welten­kosmos mit Riesen­mond erzählt er die Geschichte vom braven Schmied Wakula, der auf dem Rücken des Teufels nach Moskau reitet, um für seine anspruchs­volle Verlobte Oksana die goldenen Schuhe der Zarin zu erbitten. Diese Bedin­gung hatte ihm die selbst­ver­liebte Oksana für die Heirat gestellt.

Ursula Renzen­brinks von russi­scher Folk­lore inspi­rierten Kostüme, der komplette Zarenhof von Katha­rina der Großen in detail­ge­treuen Roben und neun teils klas­si­sche Tänze­rinnen und Tänzer bildeten den Rahmen für die Verbin­dung von christ­li­cher Vorweih­nachts­stim­mung mit Gestalten heid­ni­scher Sonnen­wend­my­tho­logie. Vier russi­sche Gäste in den Haupt­par­tien verstärkten in ihren Haus­de­büts den präzis into­nie­renden Chor des Hauses, weitere fünf Frank­furter Solisten und das hervor­ra­gend von Sebas­tian Weigle dispo­nierte Opern­or­chester: Die Sopra­nistin Julia Muzy­chenko verkör­perte glaub­haft die verwöhnte Guts­her­ren­tochter Oksana, ebenso wie Bassist Alexey Tikho­mirov ihren Vater Tschub. Georgy Vasiliv sang den verliebten Wakula mit starkem Einsatz, während der gewal­tige Tenor Andrei Popov in der Rolle des Teufels auch akro­ba­ti­sche Fähig­keiten unter Beweis stellte. Ein doppeltes Rollen­debüt gab Enkeleijda Shkoza: sowohl als sinnen­frohe Hexe Solocha als auch in der tempe­ra­ment­vollen Partie „Frau mit violetter Nase“.

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