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Die Sopranistin Karan Armstrong ist tot. Die Sängerin starb am Dienstag in Spanien, wie die Deutsche Oper Berlin am Mittwoch unter Berufung auf den engsten Familienkreis mitteilte. Die US-Amerikanerin wurde 79 Jahre alt.

Karan Armstrong (1941-2021)

Karan Armstrong (1941–2021)

Armstrong hatte 1977 ihr Hausdebüt an der Deutschen Oper in der Rolle der Salome in der gleichnamigen Oper von Richard Strauss. Ihren letzten Auftritt gab sie 2016 als Gutsherrin Larina in Tschaikowskys „Eugen Onegin“. Insgesamt stand sie in über 400 Abenden und 24 verschiedenen Partien auf der Bühne. „Wie nur wenige Sängerinnen hat Karan Armstrong über fast vier Jahrzehnte die Deutsche Oper Berlin mitgeprägt“, erklärte das Haus in einem Nachruf.

Die 1941 in Havre (US-Bundesstaat Montana) geborene Armstrong debütierte 1965 an der San Francisco Opera und kurz darauf an der New Yorker Metropolitan Opera. Ihren ersten Auftritt in Europa hatte sie 1974 an der Opéra du Rhin im französischen Strasbourg. 1978 lernte sie bei einer Inszenierung in Stuttgart den Regisseur Götz Friedrich kennen, wurde drei Jahre später seine Ehefrau und folgte ihm nach Berlin an die Deutsche Oper, an der Friedrich ab 1981 als Intendant wirkte. Armstrong war „die ideale Künstlerin für das Regietheater ihres Mannes“, hieß es in dem Nachruf.

Armstrongs Repertoire reichte von Strauss und Wagner bis Berg, Korngold, Poulenc, Schostakowitsch und Weill. 1985 wurde sie in Baden-Württemberg zur Kammersängerin ernannt und 1994 in Berlin. Neben ihrer Bühnentätigkeit gab sie weltweit Meisterklassen für junge Sänger. Mit einer Produktion von „La traviata“ am Volkstheater Rostock führte sie 2009 erstmals Regie.

Die Deutsche Oper Berlin trauert um eine große Sängerdarstellerin und wird Karen Armstrong ein bleibendes Angedenken bewahren“, schloss das Haus.

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