Die Wer­ke von Bernd Alois Zim­mer­mann haben auch Jahr­zehn­te nach des­sen Tod nichts von ihrer Bri­sanz ver­lo­ren. Ihre musi­ka­li­sche Rele­vanz ist aktu­ell wie zur Zeit ihrer Urauf­füh­rung, ihre Fas­zi­na­ti­on und Authen­ti­zi­tät haben nichts von ihrer ursprüng­li­chen Qua­li­tät ein­ge­büßt. Mehr noch als man­che Wer­ke aktu­el­ler Zeit­ge­nos­sen, las­sen Wer­ke wie die hier ein­ge­spiel­ten Photop­to­sis und die Vocals­in­fo­nie Die Sol­da­ten in Abgrün­de bli­cken. Sie berüh­ren, ja erschüt­tern. Das Fin­nish Radio Sym­pho­ny Orches­tra unter Han­nu Lin­tu reizt die­se bei­den Wer­ke Zim­mer­manns voll­ends aus. Mit unbän­di­ger orches­tra­ler Wucht aber auch fei­nem Klang­sinn zeich­nen die Musi­ker eben­so mons­trö­se Klang­e­rup­tio­nen wie feins­te Ver­äs­te­lun­gen der hoch­kom­ple­xen Par­ti­tu­ren nach. Das frü­he Vio­lin­kon­zert, das durch­aus noch Ein­flüs­se von Klas­si­kern der Moder­ne wie Stra­win­sky oder Schosta­ko­witsch ahnen lässt, wird von Lei­la Jose­fo­wicz mit groß­ar­ti­gem Aplomb gespielt.

Bernd Alois Zim­mer­mann: „Vio­lin Con­cer­to”, „Photop­to­sis” u.a., Lei­la Jose­fo­wicz, Fin­nish Radio Sym­pho­ny Orches­tra, Han­nu Lin­tu (Ondi­ne)

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Guido Krawinkel
Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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