Paul Jacobs spielt an der Goll-Orgel des Luzerner Konzerthauses Musik aus Amerika. 

Amerikanische Musik ist oft wie eine kunterbunte Wundertüte: Alles kann drin sein, und meistens klingt auch alles interessant. Das kulturelle Auffangbecken USA hat musikalisch immer neue Überraschungen zu bieten: Anything goes, alles ist möglich. Wohl nur hier konnte Leonard Bernsteins mitreißende West Side Story gleichzeitig mit Charles Ives’ faszinierend vielschichtiger Kompositionstechnik in seiner Dritten Sinfonie oder Samuel Barbers sportiver Festival Toccata entstehen, mit einem brillanten Paul Jacobs an der nobel röhrenden Goll-Orgel des Luzerner Konzerthauses. Das Hausorchester dieses Musiktempels am Vierwaldstättersee wird von dem Amerikaner James Gaffigan angefeuert, der merklich in seinem Element ist. Wie auch das Orchester: Nicht nur Bernsteins Sinfonische Tänze aus der West Side Story reißen mit, auch Ruth Crawfords relativ kurzes Adagio, ein dissonanzschwangeres Vexierspiel, bei dem sich zwei melodische Stränge fortwährend zu umkreisen scheinen.

„Americans. Bernstein, Barber, Crawford, Ives”, Paul Jacobs, Luzerner Sinfonieorchester, James Gaffigan (Harmonia Mundi)