Als „Wolkenkratzer-Konzert“ hat Ferruccio Busoni sein 1904 komponiertes und selbst uraufgeführtes Klavierkonzert bezeichnet, in ironischer Anspielung auf dessen Monumentalität: Mit den fünf Sätzen und einer Spieldauer von über 70 Minuten stellt Busoni nicht nur das klassische Formkonzept eines Solistenkonzerts auf den Kopf, sondern sucht durch das Chorfinale auf einen Text aus Adam Gottlob Oehlenschlägers Erlösungsdrama „Aladdin“ auch Anschluss an sinfonische Traditionen. Der Pianist Kirill Gerstein hat mit dem Boston Symphony Orchestra und den Männern des Tanglewood Festival Chorus unter der Leitung von Sakari Oramo eine überzeugende und auf Transparenz setzende Aufnahme vorgelegt, ein Livemitschnitt eines Konzerts von 2017 in der Symphony Hall von Boston. Begleitet wird die Aufnahme von einem luxuriösen wie informativen Booklet mit Essays von den renommierten Busoni-Forschern Albrecht Riethmüller und Larry Sitsky.

Ferrucio Busoni: „Piano Concerto op. 39”, Kirill Gerstein, Boston Symphony Orchestra, Sakari Oramo (myrios classics)

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