Das Ensemble Calmus und amarcord erinnern mit Antoine Brumels Messe „Et ecce terrae motus“ an eine theologisch-politisch umkämpfte Zeit.Prächtige Fülle

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Als Leipziger Disputation ging jenes akademische Streitgespräch in die Geschichte ein, das 1519 die Reformatoren Karlstadt und Martin Luther mit dem papsttreuen Johannes Eck führten. Großen Eindruck machte damals beim Eröffnungsgottesdienst in der Thomaskirche eine 12-stimmige Messe. War es die „Missa Et ecce terrae motus“ des Frankoflamen Antoine Brumel? Ja, sagen die Leipziger Ensembles Calmus und amarcord – und vereinigen dafür erstmals ihre vokalen Kräfte mit den beiden Sopranistinnen Anna Kellnhofer und Isabel Schicketanz zum runden Dutzend. Die stets differenzierte, prächtige Fülle der Messe reicht von ekstatischem Geschnatter und grandiosen Dissonanzen bis zu schwebender Ruhe und göttlicher Majestät: Alles kosten sie sauber, lustvoll und mit rhythmischem Drive aus. Passende Gregorianik, katholische Kirchenmusik und trotzige Reformationswerke runden diesen klingenden Einblick in eine theologisch-politisch umkämpfte Zeit ab.

Antoine Brumel, Thomas Stoltzer, Johann Walter und Josquin des Préz: „Leipziger Disputation“, Calmus Ensemble, amarcord, Anna Kellnhofer und Isabel Schicketanz (Carus)

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