Rätsel des Alltags Besser groß im Kleinen, als mittelmäßig im Großen“

Wer verbirgt sich hinter dem Text?

Ich bin mit mei­nen Kom­po­si­tio­nen und mei­ner Ein­stel­lung zur Musik­theo­rie am Boden geblie­ben. Denn „es ist bes­ser, voll­kom­men oder groß im Klei­nen zu sein als mit­tel­mä­ßig im Gro­ßen“. Ich kom­me schließ­lich auch aus ein­fa­chen Ver­hält­nis­sen und habe trotz­dem eine her­vor­ra­gen­de musi­ka­li­sche Aus­bil­dung genos­sen. Schnell wur­de ich zum Kapell­meis­ter und gar zum könig­li­chen Hof­ka­pell­meis­ter ernannt. Dort schrieb ich Opern, Sing­spie­le, Ora­to­ri­en, Kan­ta­ten, Wer­ke für Kla­vier und vie­le Volks­lie­der.

Die Zeit­strö­mung und das Stre­ben nach anspruchs­vol­ler Klar­heit und neu­er Ein­fach­heit bil­de­ten mei­nen Stil. In all mei­nen Lie­dern ist mei­ne Absicht, mehr volks­mä­ßig als kunst­voll zu kom­po­nie­ren. Auch unge­üb­te Sän­ger soll­ten mei­ne Melo­di­en leicht nach­sin­gen und sich aus­wen­dig behal­ten kön­nen. Die Ver­brei­tung mei­ner berühm­ten Lied­kom­po­si­tio­nen spie­gelt mein Ver­ständ­nis der Musik­äs­the­tik wider. Kein Hörer muss Musik wie ein Musik­theo­re­ti­ker ver­ste­hen! Er muss nur offen und emp­find­sam dafür sein.
Ich pfleg­te enge Freund­schaf­ten zu Musi­kern und Lite­ra­ten mei­ner Zeit und ver­ehr­te bis an mein Lebens­en­de Carl Phil­ipp Ema­nu­el Bach und Fried­rich Schil­ler, bis ich schließ­lich – wie mei­ne bei­den Ehe­frau­en und Kin­der – der Schwind­sucht erlag.

Der Gesang mei­ner Lie­der aber wird über Genera­tio­nen unter dem Christ­baum und am Kin­der­bett vor dem Ein­schla­fen wei­ter­ge­ge­ben.

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Lösung: Johann Peter Abra­ham Schulz