Ragnhild Hemsing verweist mit ihrer Hardanger-Fidel die Heroen der norwegischen Musik zurück zu ihren Wurzeln.

Tief in die Volksseele ihres Heimatlandes blickt die norwegische Geigerin Ragnhild Hemsing mit dieser Einspielung. Nicht nur, weil sie Werke von Edvard Grieg, Johan Halvorsen, Ole Bull und Johan Svendsen spielt, allesamt Heroen der norwegischen Musikgeschichte, sondern auch, weil sie dazu neben der Geige eine Hardanger-Fidel benutzt, ein Nationalinstrument, das neben vier klingenden Saiten auch fünf mitschwingende Resonanzsaiten aufweist. Das Ergebnis ist phänomenal, beseelt, ohrenöffnend. 

Ragnhild Hemsing
Spielt neben der Geige auch auf der Hardanger-Fidel: Ragnhild Hemsing
(Foto: © Kaupo Kikkas, Catherine Dokken and Nikolaj Lund)

Hier meint man die Wurzeln der Musik von Grieg und Co. förmlich zu hören, so ursprünglich, urtümlich und urwüchsig klingt der Romantiker Grieg hier, so frisch und unverbraucht wirkt ein oft als Allerwelts-Zugabe runtergenudeltes Stück wie Halvorsens Passacaglia. Darüber hinaus spielt Hemsing ein paar traditionelle Tänze, die so authentisch klingen, als würde sie tagaus und tagein nichts anderes tun. Unterstützt wird Hemsing auf dieser CD von dem Pianisten Mario Häring und dem Cellisten Benedict Kloeckner. Auch diese spielen grandios, in jeder Hinsicht

„Rota“, Ragnhild Hemsing (Berlin Classics)

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Guido Krawinkel schreibt über alles, was mit Musik zu tun hat. Dem Studium der Musikwissenschaften in Bonn folgten Tätigkeiten in der Tonträgerbranche, beim Radio und im Verlagswesen sowie eine Ausbildung zum nebenberuflichen Kirchenmusiker. Als freier Journalist arbeitet Guido Krawinkel für Zeitungen, Zeitschriften und Konzerthäuser, schreibt Rezensionen, CD-Booklets und Programmeinführungen und ist Mitglied in der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Der begeisterte Chorsänger hält es mit Loriot: Ein Leben ohne Chor ist möglich, aber sinnlos.

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