Reinoud Van Mechelen und sein Ensemble A Nocte Temporis präsentieren Werke, die Jean-Philippe Rameau dem Tenor Pierre de Jéliote auf den Leib schrieb. 

Als Jean-Philippe Rameau 1764 im hohen Alter von 82 Jahren in Paris starb, soll er dem Priester, der ihm die Sakramente spendete, mit letzter Kraft zugeflüstert haben: „Sie singen entsetzlich falsch, Monsieur“.

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Reinoud Van Mechelen singt und leitet sein Ensemble A Nocte Temporis bei der Aufnahme von Charmes trop dangereux aus Jean-Philippe Rameaus letzter Oper Les Boréades

Schließlich schwärmte der gestrenge Meister und wohl vielfältigste, brillanteste und produktivste Geist und streitbare französische Musik-Intellektuelle seiner Zeit für Pierre de Jéliote (1713–1797), dem über 30 Jahre lang führenden Haute-Contre (hoher Tenor) an der Opéra. Rameau schrieb ihm buchstäblich viele Rollen auf den Leib, unter anderen in seinen Opern Hippolyte et Aricie, Les Indes galantes, Dardanus, Les Boréades und Castor et Pollux.

Über 150 Partien

Auch Komponisten wie François Colin de Blamont, François Rebel und Jean-Joseph de Mondonville rissen sich um Jéliote, der über 150 Partien beherrschte, darunter solche, in denen er als Frau verkleidet auftrat. Reinoud Van Mechelen und sein Ensemble A Nocte Temporis werfen einen Blick auf diese Zeit und präsentieren auch Ausschnitte aus Jéliotes eigenen Werken wie seine Comédie-ballet Zéliska von 1746.

„Jéliote. Haute-contre de Rameau“, Reinoud Van Mechelen, A Nocte Temporis (Alpha)

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„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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