Wie ein Prisma einen Lichtstrahl aufspaltet, so sprengt Ludwig van Beethoven in seinen fünf späten Streichquartetten die musikalischen Ideen seines Idols Bach auf. Für das Danish String Quartet gab es bei der ersten Begegnung mit dem „späten Beethoven“ keinen intuitiven Zugang. „Es fühlte sich an, als wäre es aus dem Weltraum auf unsere Notenständer gefallen“, schreiben sie im Booklet ihrer CD. Um immer tiefer in diese Musik aus einem scheinbar anderen Universum einzutauchen, haben sie das Projekt „Prism“ ins Leben gerufen.

Das Danish String Quartet (© Caroline Bittencourt) 

Jedes Album ist eine Reise von einer Bach-Fuge aus dem Wohltemperierten Clavier über das davon geprägte späte Beethoven-Quartett bis hin zu einem modernen Werk, das wiederum von Beethovens Komposition inspiriert ist. Auf „Prism II“ bedeutet das: von Bachs h‑Moll-Fuge einen Sprung zu Alfred Schnittkes Drittem Streichquartett vollziehen, um dann zurückzukehren zu Beethovens Streichquartett Nr. 13. Die wilde, spannende Reise mit den perfekt aufeinander – und auf alle Epochen – eingespielten Dänen endet im großen Finale: der Großen Fuge, die Beethovens Streichquartett beschließt.  

Ludwig van Beethoven, Alfred Schnittke, Johann Sebastian Bach: „Prism II”, Danish String Quartet (ECM)

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Sina Kleinedler
Direkt nach ihrem Abi wirbelte Sina Kleinedler bereits als Praktikantin durch die crescendo-Redaktion. Ein Musikjournalismus- und Cellostudium in Dortmund und Hannover schlossen an. Heute gibt sie unter anderem regelmäßig Konzerteinführungen in der Philharmonie Köln. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“ (Augustinus Aurelius), lautet ihre Devise.

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