Riccardo Muti debütierte vor 40 Jahren mit Verdi am Pult des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Einen Live-Mitschnitt des Konzerts gibt es jetzt auf CD.

Vor 40 Jahren debütierte Riccardo Muti mit Giuseppe Verdis Messa da Requiem am Pult des BR-Symphonieorchesters. Sozusagen als verspätetes Geburtstagsgeschenk für den Maestro, der im Juli 80 Jahre alt wurde, erscheint der Live-Mitschnitt jetzt auf CD. Das Solistenaufgebot ist erstklassig: die charismatische Sopranistin Jessye Norman, die Mezzosopranistin Agnes Baltsa, der junge Tenor José Carreras und der Bass Jewgenij Nesterenko, der kürzlich in Wien an Covid starb. Wie ausdrucksstark und individuell diese Stimmen sind, hört man beispielsweise im Lacrymosa oder in dem herzzerreißenden Duett von Sopran und Mezzo im Agnus Dei. Normans eindringliches Flehen um Erlösung im finalen Libera me sorgt für Gänsehautmomente. Eigentlich ist der Münchner Herkulessaal für ein Werk mit dieser Besetzung zu klein. Man kann nur erahnen, welche enormen Klangmassen dem Publikum etwa beim Dies irae entgegengekommen sein müssen. Muti, einem der größten Verdi-Experten, gelang damals mit den Sängern und dem hervorragenden Orchester und Chor eine höchst spannungsreiche Aufführung.

Giuseppe Verdi: „Messa da Requiem“. Jessye Norman, Agnes Baltsa, José Carreras, Yevgeny Nesterenko, Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Riccardo Muti (BR Klassik)

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