Mit Rosen aus dem Süden beschließt das Klangforum Wien sein dreitägiges Gastspiel beim Festival Ruhrtriennale. Es erinnert damit an Arnold Schönbergs Initiative, „Künstlern und Kunstfreunden eine wirklich genaue Kenntnis moderner Musik zu schaffen“. Um seinen Fonds aufzufüllen, lud 1921 der Verein für musikalische Privataufführungen zu einem Konzert mit vier Walzern von Johann Strauß. Außerdem gab es eine „Lizitation“ der Arrangements. Das Klangforum Wien unter der Leitung von Sylvain Cambreling spielt jene Walzer in der Schönberg’schen Bearbeitung. Eingebettet in die süßen Melodien erklingen Ebe und anders, das Pierluigi Billone dem Posaunisten Andreas Eberle vom Klangforum gewidmet hat, D’après, in dem Clara Iannotta den Nachhall von Klängen in der Erinnerung erforscht, Archeologia del telefono, mit dem Salvatore Sciarrino die eigene Gegenwart in anderen zeitlichen Zusammenhängen betrachtet, sowie die Uraufführung einer neuen Komposition von Martino Traversa. Die Ruhrtriennale untersucht in ihrer Ausgabe 2019 Aspekte europäischer Selbstkritik und setzt sich mit der eigenen privilegierten europäischen Existenz auseinander.

Weitere Informationen: www.ruhrtriennale.de

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Ruth Renée Reif
Das „flüchtige Ereignis“ in crescendo anzukündigen, ist die Aufgabe von Ruth Renée Reif: Als Erleben-Redakteurin spürt sie mit detektivischem Eifer packende, hören- und sehenswerte Veranstaltungen für uns auf. Ruth Renée Reif studierte in Wien Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte und ist seit ihrer Promotion 1987 in München als freie Journalistin und Publizistin tätig. Zu ihren Veröffentlichungen zählen eine Biografie über die Sängerin Karan Armstrong, ein historisches Porträt der Stuttgarter Philharmoniker sowie zahlreiche Gespräche mit Musikern, Schriftstellern und Philosophen.

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