Mit einer Fernseh- und Radio-Sendung des Eröffnungskonzerts beginnt am (heutigen) Sonntag das diesjährige Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF). Die Veranstaltung wurde auf Gut Hasselburg bei Neustadt in Holstein ohne Publikum aufgezeichnet und wird ab 20:15 Uhr auf 3sat und 20:05 Uhr auf NDR Kultur ausgestrahlt. Es spielen Künstler wie Sol Gabetta (Cello), Martin Grubinger (Percussion), Avi Avital (Mandoline), Sabine Meyer (Klarinette) und der Pianist Kristian Bezuidenhout (anstelle der erkrankten Geigerin Janine Jansen) sowie Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter der Leitung ihres Chefdirigenten Alan Gilbert.

Gut Hasselburg

Gut Hasselburg

Nachdem das Festival zunächst wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde, haben die Organisatoren ein Ersatzprogramm auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Sommer der Möglichkeiten“ wird es nun rund 100 Veranstaltungen geben. Die Konzerte im Festivalzeitraum Juli und August werden im Fernsehen, Internet oder Radio übertragen und zum Teil live zu erleben sein. „Wir sind unglaublich glücklich, Konzerte für Publikum vor Ort anbieten zu können – das war noch vor ein paar Wochen undenkbar“, sagte Intendant Christian Kuhnt.

Das Programm sei so konzipiert, dass möglichst kurzfristig auf Veränderungen reagiert werden kann. Deshalb werde es auch sukzessive veröffentlicht. Wichtige Bestandteile wie die Retrospektive des dänischen Komponisten Carl Nielsen und das Solistenporträt mit dem französischen Harfenisten Xavier de Maistre bleiben erhalten. Zu den Höhepunkten zählt ein gemeinsames Konzert der beiden Gründungsväter des Festivals, Christoph Eschenbach und Justus Frantz. Das Pianisten-Duo tritt am 20. Juli auf der Freilichtbühne Krusenkoppel in Kiel auf und interpretiert seine Lieblingswerke für Klavier zu vier Händen.

Deutschlands größtes Klassik-Festival sollte ursprünglich vom 4. Juli bis 30. August stattfinden. Für 217 Konzerte und andere Veranstaltungen wurden rund 197.000 Eintrittskarten angeboten. „Wie so vieles ist auch die Anzahl der Tickets in diesem Jahr nicht vergleichbar mit den letzten Ausgaben des SHMF“, erklärte Kuhnt. Mit Konzerten vor Live-Publikum wolle man ein Signal der Kultur aussenden: „Wir sind da – und das nicht nur auf dem Bildschirm“.

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