Erst nach der Wie­der­ent­de­ckung in Göt­tin­gen 1924 wür­dig­te man, mit welch modern anmu­ten­der Fast-Iro­nie Hän­del die ero­ti­schen Ver­wir­run­gen um den Per­ser­kö­nig Arta­xer­xes ver­tont hat­te. Für die 1738 in Lon­don wenig erfolg­rei­che Oper um das berühm­te „Lar­go“ ori­en­tier­te er sich an Sil­vio Stam­pi­gli­as Libret­to für Gio­van­ni Bonon­ci­ni. Unter Maxim Emely­any­chev macht das Ori­gi­nal­klang-Ensem­ble Il pomo d’oro (Der gol­de­ne Apfel) sei­nem Namen alle Ehre. Das Gel­be­ti­kett hat nach Fran­co Fagio­lis fas­zi­nie­ren­dem Hän­del-Album um den argen­ti­ni­schen Coun­ter­te­nor und Vivi­ca Genaux in den Par­ti­en der so unter­schied­li­chen Brü­der Ser­se und Arsa­mene ein stil­kun­di­ges und mit allen voka­len Fines­sen agie­ren­des Ensem­ble arran­giert. Inten­siv gestal­te­te Rezi­ta­ti­ve und ein jugend­lich dyna­mi­scher Vor­trag, dazu opti­ma­les Gespür für die Span­nungs­bö­gen von Hän­dels Ari­en-Ket­ten machen die­se Neu­ein­spie­lung zum Ver­gnü­gen. 

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Roland H. Dippel brennt für Kontraste im groß(artig)en wie im klein(formatig)en Musik-, Tanz- und Konzert-Theater. Auf Entdeckungsreisen zu idyllischen Nischen und verwegenen Momenten folgt er freudig apollinischen Verheißungen und dionysischen Lockrufen. Boulevard, Belcanto, Brauchtum, ästhetische Exzesse in Literatur und Kunst sind Ziele seiner realen und fiktiven Abenteuer-Streifzüge. Er schätzt greifbare Bücher mehr als E-Books.

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