Drei Alben von CAvi-music wer­den mit dem OPUS KLASSIK 2019 aus­ge­zeich­net. Sie alle war­ten jeweils mit her­aus­ra­gen­den Inter­pre­ten und Wer­ken von gro­ßer Aus­drucks­tie­fe und ein­dring­li­chem Ges­tus auf. Sie alle spü­ren der span­nungs­vol­len Epo­che der Roman­tik nach. Und stel­len mit Franz Schu­bert, Gus­tav Mah­ler und Max Reger drei füh­ren­de Ver­tre­ter die­ser musi­ka­li­schen Schöp­fungs­zeit ins Zen­trum.

Der Bariton Andrè Schuen und der 
Pianist Daniel Heide
(Foto: © AVI)
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Auf ihrem Schu­bert-Album „Wan­de­rer“, das den OPUS KLASSIK als „Solis­ti­sche Ein­spie­lung Gesang (Lied)“ erhält, wid­men sich der Bari­ton Andrè Schu­en und der Pia­nist Dani­el Hei­de einem roman­ti­schen Ur-Motiv, das in sei­nen ver­schie­de­nen Facet­ten immer wie­der neu von Künst­lern der dama­li­gen Zeit behan­delt wur­de. Im Zen­trum steht dabei der Mensch auf sei­nem Weg durch das Leben, oft beschrie­ben durch die Meta­pher der Rei­se und ein­ge­bet­tet in die sinn­li­che Kraft der Natur. In Schu­berts Lied­schaf­fen nahm das Motiv des Wan­derns einen gro­ßen Platz ein. Schu­en und Hei­de ver­ei­nen auf dem Album ganz unter­schied­li­che Wan­de­rer-Lie­der Schu­berts, dar­un­ter kon­kre­te Ver­to­nun­gen wie Der Wan­de­rer, aber auch Stü­cke über die Sehn­sucht nach der Gelieb­ten (Auf der Bruck) oder die Rei­se ins Jen­seits. Poe­tisch und unge­mein inten­siv und dicht in der Text- wie Ton­spra­che wird das Album so zum musi­ka­li­schen Erleb­nis inne­rer See­len­zu­stän­de des Men­schen.

Der Dirigent Joshua Weilerstein 
(Foto: © Sim Canetty-Clark)

Wäh­rend Schu­bert mit sei­nen Lie­dern hoch kon­zen­triert und mit fra­gi­ler Inti­mi­tät in den Bann zieht, sucht Max Reger in sei­nen Groß­wer­ken den exzes­si­ven und maxi­ma­len Aus­druck. Schnel­le Regis­ter­wech­sel und extre­me Dyna­mik prä­gen des­halb auch Regers Kla­vier­kon­zert in f‑Moll op. 114, das in einer Ein­spie­lung durch den Pia­nis­ten Mar­kus Becker und die NDR Radio­phil­har­mo­nie unter der Lei­tung von Joshua Wei­ler­stein beim OPUS KLASSIK als bes­te „Kon­zert­ein­spie­lung | Kla­vier“ aus­ge­zeich­net wird. Mar­kus Becker gilt als aus­ge­wie­se­ner Reger-Spe­zia­list, der sich inten­siv mit dem Werk des Kom­po­nis­ten beschäf­tigt hat. „Es ist kraft­vol­le, fas­zi­nie­ren­de, aber eben wider­spens­ti­ge Musik“, sagt Becker über das Kla­vier­kon­zert, und wäh­rend die Musik immer etwas Extre­mes und Maß­lo­ses an sich habe, offen­ba­re sie gleich­zei­tig eine gro­ße Sen­si­bi­li­tät und Ver­letz­lich­keit. Bei­de Sei­ten bringt er in sei­ner Inter­pre­ta­ti­on des Kon­zerts fein­sin­nig aus­ba­lan­ciert zusam­men, ergänzt durch eine Auf­nah­me des melan­cho­lisch-sang­li­chen Solo­werks Epi­so­den.

Der Dirigent ÁdámFischer 
(Foto: © Susanne Diesner)

Das drit­te preis­ge­krön­te Album ist schließ­lich die Ein­spie­lung der 3. Sin­fo­nie in d‑Moll von Gus­tav Mah­ler durch die Düs­sel­dor­fer Sym­pho­ni­ker unter Lei­tung von Ádám Fischer, das den OPUS KLASSIK für die „Sin­fo­ni­sche Ein­spie­lung Musik 19. Jahr­hun­dert“ erhält. Für Adam Fischer ist die Drit­te Sin­fo­nie eine der reichs­ten Sin­fo­ni­en Mah­lers, deren Sät­ze der­art unter­schiedlich sei­en, dass sie aus unter­schied­li­chen Zei­ten Mah­lers stam­men könn­ten. „Sin­fo­nie heißt mir eben: mit allen Mit­teln der vor­han­de­nen Tech­nik eine Welt auf­bau­en“, hat Gus­tav Mah­ler ein­mal im Zusam­men­hang mit sei­ner 3. Sin­fo­nie gesagt, und in der Tat eröff­net das in vie­ler­lei Hin­sicht Gren­zen spren­gen­de Werk eine völ­lig neue Welt. Beson­ders ein­drucks­voll wird die­se ab dem vier­ten Satz des ins­ge­samt sechs­sät­zi­gen Wer­kes erleb­bar, wenn zur sin­fo­ni­schen Dimen­si­on die Sing­stim­me hin­zu­kommt und der Kom­po­nist vir­tu­os mit der Rhyth­mik spielt. „Es ist eine neue Art von Kom­po­si­ti­on: Die Tak­te flie­ßen fast inein­an­der, Mah­ler befreit sich vom Metrum“, sagt Fischer. Auf dem Album macht der renom­mier­te Diri­gent die­ses ein­dring­li­che Stre­ben Mah­lers nach inne­rer Frei­heit und maxi­ma­lem Aus­druck fas­zi­nie­rend erleb­bar und mar­kiert damit einen wei­te­ren Mei­lenstein im Mah­ler-Zyklus des Labels CAvi-music.

Franz Schu­bert: „Wan­de­rer“, Andrè Schu­en und Dani­el Hei­de (CAvi-music)
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Max Reger: „Kla­vier­kon­zert op. 114 u.a.”, Mar­kus Becker, NDR Radio­phil­har­mo­nie, Joshua Wei­ler­stein (CAvi-music)
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Gus­tav Mah­ler: „Drit­te Sin­fo­nie“, Anna Lars­son, Düs­sel­dor­fer Sym­pho­ni­ker, Ádám Fischer (CAvi-music)
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