Ara­bel­la Stein­ba­cher wett­ei­fert mit den betö­rends­ten Sopra­nis­tin­nen. Dabei gerät das Haupt­werk der CD, Richard Strauss’ in frü­hen Jugend­jah­ren kom­po­nier­tes und des­halb im Kanon der gro­ßen Wer­ke für die­ses Instru­ment nicht wider­spruchs­los ver­an­ker­tes „Vio­lin­kon­zert“, fast ins Hin­ter­tref­fen. Denn all­zu schwel­ge­risch und schön sind die fol­gen­den „Minia­tu­ren“, „Lie­der ohne Wor­te“ und „Encores“, die Peter van Wien­hardt der erst­klas­si­gen Gei­ge­rin in den Bogen arran­gier­te. Nur sel­ten war der Gar­mi­scher Meis­ter so nah an den pre­zi­ös-ver­füh­re­ri­schen Schar­la­ta­ne­ri­en Franz Lehárs. Doch wie singt die Mar­schal­lin im Rosen­ka­va­lier: „Und in dem Wie, da liegt der gan­ze Unter­schied!“ Wer das mit so viel Deli­ka­tes­se und Dezenz hin­zau­bert, darf sich kei­nes­wegs wun­dern, dass bald noch mehr Violin­spie­ler mit „Cäci­lie“, „Zueig­nung“ und „Gang durch die Däm­me­rung“ zu gro­ßen Strauss-Stim­men in Kon­kur­renz tre­ten.


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Roland H. Dippel brennt für Kontraste im groß(artig)en wie im klein(formatig)en Musik-, Tanz- und Konzert-Theater. Auf Entdeckungsreisen zu idyllischen Nischen und verwegenen Momenten folgt er freudig apollinischen Verheißungen und dionysischen Lockrufen. Boulevard, Belcanto, Brauchtum, ästhetische Exzesse in Literatur und Kunst sind Ziele seiner realen und fiktiven Abenteuer-Streifzüge. Er schätzt greifbare Bücher mehr als E-Books.

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