Dass Ragna Schir­mer sich nicht des gro­ßen Jubi­lä­ums wegen mit Cla­ra Schu­mann aus­ein­an­der­ge­setzt hat, ist in jeder Note zu hören. Die tie­fe Ver­bun­den­heit zum Leben und Werk die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Musi­ke­rin pflegt Schir­mer seit ihrer Kind­heit, und davon zeugt jeder Augen­blick ihres see­len­ver­wand­ten Spiels.

Ragna Schirmer (©Maike Helbich) 
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Ragna Schir­mer ist die Exper­tin des Cla­ra Schu­mann-Jahrs. Ihre Inter­pre­ta­ti­on pen­delt zwi­schen ein­fühl­sam erha­be­ner Behut­sam­keit und kraft­voll trei­ben­der Prä­senz, viel fei­ner Fines­se und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, man glaubt, die 16-jäh­ri­ge Cla­ra säße wie bei der Urauf­füh­rung am Kla­vier und Men­dels­sohn lei­te das Orches­ter. Bra­vou­rös spielt sie die pia­nis­ti­schen Höhen­flü­ge im Drit­ten Satz, als sei­en sie ihr gera­de­zu in die Fin­ger geschrie­ben. Das fol­gen­de Kla­vier­trio, Cla­ras ein­zi­ges Kam­mer­mu­sik­werk, gilt es hier neu zu ent­de­cken, es ist atem­be­rau­bend schön, nicht „wei­bisch sen­ti­men­tal”, wie die Kom­po­nis­tin in vor­aus­ei­len­der Zurück­nah­me ins Tage­buch schrieb.  

Cla­ra Schu­mann: „Trio & Con­cer­to“, Ragna Schir­mer, Staats­ka­pel­le Hal­le, Aria­ne Matiakh (Ber­lin Clas­sics)

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Was hat John Wayne mit den Muppets und Groucho Marx gemeinsam? Für crescendo begibt sich Stefan Sell immer wieder auf die Suche nach verblüffenden Zusammenhängen. Überraschende Verbindungen bringt Sell auch als Konzertgitarrist auf die Bühne. In Programmen wie Don Quijote trifft Hamlet vereint er virtuoses Saitenspiel mit humorvollen Anekdoten und entstaubt die Weltliteratur. Seine langjährige Arbeit als Herausgeber und Autor beim Schott-Verlag wurde mit dem Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ ausgezeichnet.

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