Die Dresdner Semperoper ersetzt in den ersten Monaten der Spielzeit 2020/21 die ursprünglich vorgesehenen Produktionen durch Vorstellungen in reduzierten Formaten. Unter dem Titel „Semper Essenz“ kommen bis Oktober auf musikalische Höhepunkte und Arien konzentrierte Opernwerke mit verkleinerter Orchester- und Ensemblebesetzung zur Aufführung, sagte Intendant Peter Theiler am Dienstag.

Peter Theiler

Peter Theiler

Die Musiker und Sänger garantierten die hohe musikalische Qualität, für die der Name seines Hauses stehe, betonte Theiler. „Die klare Fokussierung auf die ‚Essenz‘ der Werke wird uns allen mit Sicherheit auch neue und ungewohnte Seh- und Hörerlebnisse in der Semperoper bescheren.“

In konzertanter und halbszenischer Kurzfassung werden etwa Rossinis „Der Barbier von Sevilla“, Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ und „Don Giovanni“, Tschaikowskys „Eugen Onegin“ sowie Puccinis „Tosca“ und „Madama Butterfly“ gezeigt. Zu erleben sind unter anderem Nikola Hillebrand, Christa Mayer, Kristine Opolais, Alexey Markov und Georg Zeppenfeld. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle stehen Dirigenten wie Giampaolo Bisanti, Jonathan Darlington, Alessandro De Marchi und Omer Meir Wellber. Zwei Liederabende mit dem Jungen Ensemble beziehungsweise der Sopranistin Anja Harteros sowie Galaabende des Semperoper Balletts vervollständigen den Ersatzspielplan.

Sollte ab November wieder ein normaler Spielbetrieb möglich sein, will die Semperoper die in der vergangenen Spielzeit abgesagten Premieren von Giuseppe Verdis „Don Carlo“ und Mischa Spolianskys „Wie werde ich reich und glücklich?“ nachholen.

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Die für Oktober geplante Premiere von Udo Zimmermanns Kammeroper „Weiße Rose“ in der Inszenierung von Stephan Grögler wird auf den 8. November verschoben. Die Neuproduktionen von „Die andere Frau“ (Torsten Rasch), „Wilhelm Tell“ (Gioachino Rossini) und „Madama Butterfly“ sind für die Saison 2021/22 avisiert. Alle anderen Premierentermine bleiben unverändert. Das weitere Programm der kommenden Spielzeit ab November 2020 will das Haus sukzessive bekanntgegeben.

Die Sächsische Staatsoper hatte am 19. Juni nach drei Monaten Corona-bedingter Spielpause wieder geöffnet. An vier aufeinander folgenden Abenden war die russisch-österreichische Sopranistin Anna Netrebko in einer konzertanten Reduktion von „Don Carlo“ zu erleben. Die Oper hätte im Mai Premiere haben sollen, mit Netrebko in ihrem Rollendebüt als Elisabetta. Die Inszenierung von Vera Nemirova wurde jedoch wegen der Pandemie auf die Spielzeit 2020/21 verschoben.

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