Die Aura des Beson­de­ren umweht Joseph Haydns Ora­to­ri­um „Die Schöp­fung“ seit sei­ner Urauf­füh­rung 1799. Haydn, der sich mit einer fürst­li­chen Pen­si­on in Wien zur ver­meint­li­chen Ruhe gesetzt hat­te, erklomm damit den Gip­fel sei­nes kom­po­si­to­ri­schen Schaf­fens. Eine über­aus rei­che und viel­ge­stal­ti­ge Klang­land­schaft, in der gra­zi­le Ari­en, erha­be­ne Chö­re, ein­fa­che Lied­sät­ze und kon­zer­tie­ren­de Pas­sa­gen ein­an­der abwech­seln, ent­wirft er für das Werk. Der von ihm aus Eng­land mit­ge­brach­te Text geht auf das Ers­te Buch Mose und John Mil­tons Epos „Para­di­se Lost“ zurück. Das Ori­gi­nal­klan­g­ensem­ble Il Giar­di­no Armo­ni­co bringt das Chor­werk mit dem Chor des Baye­ri­schen Rund­funks unter der Lei­tung sei­nes Grün­ders Gio­van­ni Anto­ni­ni in der mit­tel­al­ter­li­chen Mar­ti­ni­kir­che zu Braun­schweig zur Auf­füh­rung. Als Solis­ten wir­ken die Sopra­nis­tin Anna Lucia Rich­ter, der Tenor Maxi­mi­li­an Schmitt und der Bari­ton Flo­ri­an Boesch mit. 

Gün­ther Graf von der Schu­len­burg, Grün­der und Künst­le­ri­scher Lei­ter von Soli Deo Glo­ria, erwählt Haydns Œuvre zum Herz­stück des Fes­ti­val­pro­gramms. In den kraft­vol­len Kom­po­si­tio­nen, die bis heu­te eine unglaub­li­che Leben­dig­keit auf­wei­sen, fand man­ches sei­nen Anfang. So ist Haydn nicht nur der Vater der Sin­fo­nie, son­dern auch der Erfin­der des Streich­quar­tetts. Als Som­mer­gast des Barons Carl Joseph von Fürn­berg auf Schloss Wein­zierl bei Melk erfreu­te er sei­nen Gast­ge­ber mit den ers­ten Pro­ben jener Gat­tung, die er her­nach im Wett­streit mit Mozart zur Voll­endung führ­te. Qua­tu­or Zaï­de wid­met sich in der inti­men Atmo­sphä­re der Stifts­kir­che Ste­ter­burg von Salz­git­ter den Streich­quar­tet­ten Haydns. Das aus den Gei­ge­rin­nen Char­lot­te Maclet und Les­lie Boulin Rau­let, der Brat­schis­tin Sarah Chen­af und der Cel­lis­tin Juli­et­te Sal­mo­na bestehen­de und viel­fach aus­ge­zeich­ne­te fran­zö­si­sche Ensem­ble gewann 2012 den Haydn Wett­be­werb in Wien. 

Haydns Sona­ten nimmt sich der Pia­nist Saleem Ash­kar vor. In sei­nem Haydn-Beet­ho­ven-Rezi­tal im Rit­ter­saal des Wel­fen­schlos­ses Gif­horn stellt er sie den Sona­ten Beet­ho­vens gegen­über. 1792 arran­gier­te Graf Wald­stein in Bonn ein Tref­fen zwi­schen dem jun­gen Beet­ho­ven und dem aus Eng­land zurück­rei­sen­den 60-jäh­ri­gen Haydn. Zu dem geplan­ten Unter­richt in Wien kam es aller­dings nicht. Denn Beet­ho­ven fand kei­ne Bezie­hung zu Haydn, und es wider­streb­te ihm, als „Schü­ler Haydns“ ange­spro­chen zu wer­den. Doch wid­me­te er ihm 1795 die Sona­te Num­mer drei in C‑Dur, op. 2. Beet­ho­ven bestimmt den Auf­tritt des Orches­ters Wie­ner Aka­de­mie. In ihrem Pro­jekt „Resound Beet­ho­ven“ unter der künst­le­ri­schen Lei­tung von Mar­tin Hasel­böck spie­len die Musi­ker Beet­ho­vens Wer­ke auf Instru­men­ten sei­ner Zeit und mit der­sel­ben Zahl an Musi­kern. Ihre Inter­pre­ta­tio­nen der von himm­li­scher Leich­tig­keit getra­ge­nen Vier­ten Sin­fo­nie und der von Wag­ner als „Apo­theo­se des Tan­zes“ bezeich­ne­ten Sieb­ten Sin­fo­nie im Thea­ter Wolfs­burg ver­spre­chen ein über­ra­schen­des Klang­er­leb­nis. 

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Zur Eröff­nung des Fes­ti­vals heißt es „Kunst begeg­net Musik“. Unter dem Mot­to „Künst­ler­paa­re“ zei­gen die bei­den inter­na­tio­nal geschätz­ten Ver­tre­ter der neu­en Leip­zi­ger Schu­le Rosa Loy und Neo Rauch im Foy­er des Schaf­stalls Bis­dorf aus­ge­wähl­te Arbei­ten, wäh­rend das Kla­vier­duo Yaa­ra Tal und Andre­as Groethuy­sen mit Stu­di­en zu Bachs „Kunst der Fuge“, arran­giert für zwei Kla­vie­re von Rein­hard Febel, sei­nen Weg eigen­wil­li­ger Inter­pre­ta­tio­nen bedeu­ten­der Wer­ke der Musik­ge­schich­te fort­setzt. Und auch auf die Weih­nachts­zeit darf man sich schon freu­en. Der Winds­ba­cher Kna­ben­chor, die Deut­schen Kam­mer-Vir­tuo­sen Ber­lin sowie die Sopra­nis­tin Lydia Teu­scher, die Altis­tin Wieb­ke Lehm­kuhl, der Tenor Patrick Grahl und der Bas­sist Tho­mas E. Bau­er kom­men mit Kan­ta­ten aus Bachs „Weih­nachts­ora­to­ri­um“. 

www.solideogloria.de

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