Mit Samu­el Bar­bers Oper Vanes­sa hat die Glyn­de­bourne Fes­ti­val Ope­ra ein Stück ins Pro­gramm genom­men, das per­fekt in das eng­li­sche Land­gut passt. Die Prot­ago­nis­tin Vanes­sa sitzt mit ihrer Nich­te und ihrer Mut­ter in einem Geis­ter­haus und war­tet seit 20 Jah­ren auf die Rück­kehr ihres Gelieb­ten Ana­tol. Als über­ra­schend des­sen Sohn glei­chen Namens auf­taucht, zer­fällt die ein­ge­spiel­te Starr­heit der Fami­lie. Lee­re Lie­bes­schwü­re und tie­fe Zwei­fel ent­fal­ten in der grau­brau­nen Kulis­se ihre vol­le beklem­men­de Wir­kung. In Spie­geln und hin­ter Schir­men wer­den die Figu­ren mit der Ver­gan­gen­heit und sich selbst kon­fron­tiert. Emma Bell bril­liert in der Titel­rol­le und ver­kör­pert die an Wahn­sinn gren­zen­de Sehn­sucht Vanes­sas gesang­lich und schau­spie­le­risch inten­siv. Auch die Neben­rol­len sind her­vor­ra­gend besetzt und sor­gen für eine dich­te, unge­bro­che­ne Fik­ti­on. Jakub Hrůša am Pult des Lon­don Phil­har­mo­nic Orches­tra nutzt das Poten­ti­al der mal hoch­dra­ma­ti­schen, mal lyrisch ver­spiel­ten Par­ti­tur und schlägt das Publi­kum in den Bann die­ser psy­cho­lo­gi­schen Ach­ter­bahn­fahrt.  

Samu­el Bar­ber: „Vanes­sa“, Glyn­de­bourne, Emma Bell, Vir­gi­nie Ver­rez, Edga­ras Mont­vi­das u.a., The Glyn­de­bor­ne Cho­rus, Lon­don Phil­har­mo­nic Orches­tra, Jakub Hrůša, Keith War­ner (Opus Arte)

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