News | 11.09.2020

Stein­meier würdigt Staats­ka­pelle Berlin als einzig­artig

von Redaktion Nachrichten

11. September 2020

Mit einem Fest­kon­zert in der Staats­oper Unter den Linden hat die Staats­ka­pelle am Freitag ihr 450-jähriges Bestehen gefeiert. Bundes­prä­si­dent Frank-Walter Stein­meier würdigte die Geschichte des Klang­kör­pers als einzig­artig. „Die Staats­oper, das Orchester, seine Diri­genten, seine gefei­erten Auffüh­rungen – keine vergleich­bare Insti­tu­tion in ist so eng verwoben mit der Geschichte dieses Landes“, sagte er.

Festkonzert Staatskapelle Berlin

Fest­kon­zert

Exem­pla­risch nannte er die Wieder­auf­füh­rung von Johann Sebas­tian Bachs Matthä­us­pas­sion 1829 unter der Leitung von , die die Bach-Renais­sance des 19. Jahr­hun­dert einge­leitet hat. Als 1933 die natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Reichs­mu­sik­kammer den Juden Mendels­sohn aus dem Reper­toire deut­scher Orchester verbannen wollte, habe , im selben Jahr zum Vize­prä­si­denten der Kammer und Direktor der Staats­oper ernannt, dessen Werke ganz bewusst aufs Programm gesetzt. Diese Episode zeige, dass man der Geschichte der Berliner Staats­oper „nur dann gerecht wird, wenn man ihre Höhen ebenso wie ihre Abgründe vermisst“, betonte Stein­meier.

„Heute haben dieses Opern­haus und sein Orchester einen Direktor und Chef­di­ri­genten, den ich nicht nur als einen der größten Musiker der Gegen­wart schätze, sondern auch für sein fort­wäh­rendes Bemühen um Verstän­di­gung unter den Völkern des Nahen Ostens“, erklärte der Bundes­prä­si­dent und frühere Außen­mi­nister.

Wegen der Corona-Regeln mussten zwischen den Gästen im Zuschau­er­raum jeweils vier Plätze frei­bleiben. Die Staats­ka­pelle habe in ihrer langen Geschichte aber schon andere Krisen und Kata­stro­phen gesehen, sagte Stein­meier. „Wer den 30-jährigen Krieg über­standen hat und nach 41 Jahren deut­scher Teilung wieder zu einem Ensemble zusam­men­ge­wachsen ist, dem wird auch die Corona-Pandemie keinen blei­benden Schaden zufügen“, äußerte er sich zuver­sicht­lich.

Das Fest­kon­zert der Staats­ka­pelle unter Baren­boims Leitung umfasste das fanfa­ren­ar­tige „Initiale“ von Ehren­di­ri­gent (1925–2016), Richard Wagners Vorspiel zur Oper „Die Meis­ter­singer von “ und die 7. Sinfonie von . Trotz der spär­lich besetzten Reihen gaben die Musiker alles. Und die wenigen Zuhörer dankten es mit beson­ders enthu­si­as­ti­schem Applaus und Ovationen im Stehen. Beson­ders begeis­terte die Urauf­füh­rung des Auftrags­werks „Zeiten­sprünge – 450 Takte für Orchester“ von , das einer musi­ka­li­schen Zeit­reise durch die von der Staats­ka­pelle beglei­teten Epochen gleichkam.

Die heutige Staats­ka­pelle Berlin wurde von Kurfürst Joachim II. von als Hofka­pelle gegründet und 1570 erst­mals urkund­lich erwähnt. Mit der Errich­tung des Opern­hauses Unter den Linden 1742 durch König Fried­rich II. von Preußen fand das Orchester eine zentrale Wirkungs­stätte, mit der es seither fest verbunden ist.

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Fotos: Tereze Rozenberga