Maxim Emelyanychev zählt zu den größten Hoffnungen der russischen Musikszene. Das heute 30 Jahre junge Multitalent studierte Klavier, Cembalo, Barockhorn und Dirigieren und gewann danach in allen Fächern internationale Preise. Seit 2016 leitet Maxim Emelyanychev auch das renommierte Barockensemble Il pomo d’oro. Für sein Dirigenten-Debüt hat er sich zwei sinfonische Kronjuwelen ausgesucht: Wer sich heute an Beethovens Eroica herantraut, muss über Zauberkräfte verfügen, um das alte Schlachtross in ein Rennpferd zu verwandeln. Doch Emelyanychev meistert die Verjüngungskur mit jugendlicher Frische und einer tänzerischen Unbekümmertheit und Anmut, die alles heroische Pathos, allen Titanismus, alle romantische Bedeutungsschwere, von ihm abfallen lässt und es in die schlanken, spielerisch drängenden Bewegungsmuster einer klassischen Sinfonie zurückführt. Mit historisch orientierter, leichtfüßiger Transparenz verweisen seine hochmotivierten Nizhny Novgorod Soloists wieder auf die innere, strukturelle Logik von Beethovens revolutionärer Satztechnik, und entfachen mit riesigen Atembögen eine sogartige Stringenz, die ganz ohne äußeren Druck die Musik selbst sprechen lässt. Die Eroica entledigt sich hier alter Last und kann wieder frei atmen. Mit ähnlich frischem, drängendem Puls und tänzerischer Beweglichkeit entstaubt Emelyanychev auch Brahms’ Haydn-Variationen und durchglüht sie mit jugendlichem Feuer.

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