Tedi Papavrami beglückt auf seiner Geige mit den Sonaten und Partitas Johann Sebastian Bachs. 

Da steht er im leeren Theater Arsenal in Metz, klatscht, um die Akustik zu prüfen und schreitet langsam die Bühne ab – der aus Albanien stammende in Genf lebende Geiger Tedi Papavrami. 17 Jahre sei es her, erzählt er in einem YouTube-Video, da habe er die Violinsonaten und Partiten von Bach erstmals aufgeführt. Im Lockdown dachte er wieder intensiv an sie. 

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Tedi Papavrami im Theater Arsenal bei der Aufnahme der Sonaten und Partiten von Johann Sebastian Bach

Ich möchte mehr Spielerisches… eine größere rhythmische Komplexität… das Wunderbare zum Vorschein bringen“. Kurzum: „Mehr Leben“. Und dies auf der modernen Geige von Christian Bayon, von der er meint, dass sie mehr Leuchtkraft besitze als jene ‚alte‘ Geige, die er ebenfalls spielt. Vor der Aufnahme hüpft er auf und ab, damit der Körper in die Spannung kommt, die vonnöten ist, um die horrenden spieltechnischen Anforderungen des Prélude der Dritten Partita BWV 1006 zu bewältigen – das letzte Werk in Bachs Set aus sechs Sonaten und Partiten. Wer Papavrami in diesem wunderbaren Video erlebt, ganz auf sich gestellt, inmitten eines gähnend leeren, nackten Podiums – der ahnt etwas von der Erfüllung und dem Glück des Künstlers, vielleicht aber auch etwas von seiner Einsamkeit.

Johann Sebastian Bach: „Sonatas & Partitas”, Tedi Papavrami (Alpha)

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„Bis zum Lorbeer versteig' ich mich nicht. G'fallen sollen meine Sachen!“ (J. N. Nestroy) findet Teresa Pieschacón Raphael. Sie hält es mit J. Pulitzers Devise: „Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten.“ In Bogotá wuchs sie auf, in Tübingen und Wien studierte die Enkelin des Komponisten Günter Raphael (1903–1960) Musikwissenschaft und Philosophie und verfiel dem Journalismus. Sie lebt heute als freie Musik- und Kulturpublizistin in München. Ihre Reportagen, Interviews und Konzertprogrammhefte erscheinen in unterschiedlichsten Medien: vom ARTE Magazin bis zur Vogue, von Brigitte bis zur Wirtschaftswoche, vom Dortmunder Konzerthaus bis zu den Salzburger Festspielen… und seit über zehn Jahren bei crescendo.

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